USA: Auf einen Journalisten kommen fünf PR-Kräfte

Mitte April ließ das Branchenmagazin Kontakter mit interessanten Zahlen über die PR-Branche in den Vereinigten Staaten aufhorchen. Der Journalist Mike Rosenberg hat aktuelle Zahlen des US Bureau of Labor Statistics ausgewertet und kam zu dem Ergebnis: die PR-Industrie in den USA wächst unaufhaltsam.

Mittlerweile gibt es, laut den Zahlen, nur noch 45.800 Nachrichtenjournalisten in den USA. Die PR-Branche hingegen wächst auf 218.000 Beschäftigte an. Auf einen Journalist kommen somit fast 5 PR-Fachkräfte, genauer gesagt 4,8. Noch vor 15 Jahren lag das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Journalisten und PR-Schaffenden in den Vereinigten Staaten bei 1:2.

Auch in Deutschland hat sich das Verhältnis von Journalisten und PR-Beschäfftigten im vergangenen Jahrzehnt verändert. Jedoch nicht so eklatant wie über dem großen Teich. Hierzulande ist es mittlerweile ausgeglichen, mit leichter Mehrheit bei den PR-Fachkräften. Auf 72.000 Journalisten kommen 85.000 PR-Leute. Die Tendenzen in anderen Ländern lassen aber vermuten, dass es auch in Deutschland einen weiteren Anstieg auf Seiten der Öffentlichkeitsarbeit geben wird.

Was bedeuteten diese Zahlen für die PR-Agenturen? Einerseits ist es erfreulich, dass die PR-Branche boomt, andererseits lässt sich in den Zahlen auch ein Rückgang der Medienbranche herauslesen. Die Agenturen müssen sich ihrer wichtigen Aufgabe als Bindeglied zwischen dem Unternehmen und Redaktionen bewusst sein. Durch das „Mediensterben“ ist der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit bei den Redaktionen härter geworden. Ein guter Draht zu ausgewählten Journalisten und Medienhäusern wird daher immer wichtiger. Ein offener und persönlicher Austausch über die jeweiligen Bedürfnisse zwischen Agentur und Journalist ist dabei unerlässlich.