„Erziehung ist eine Führungstätigkeit“: Gespräch mit Dr. Bernhard Bueb, Theologe, Pädagoge und Publizist

Was ist Bildung? Mehr als nur eine Ansammlung von Wissen, antwortet Dr. Bernhard Bueb. Deutschlands wohl bekanntester Bildungskritiker fordert die Ablösung der „Belehrungsschule“ durch eine ganztägige „Charakterschule“. Mit uns sprach er über die Bedeutung humanistischer Erziehung, moralische Schüler und das Prinzip Disziplin.

MEDIEN-MONITOR: Wie können wir durch Erziehung und Bildung Jugendliche zu mehr Zuversicht und Lebensmut führen?

Dr. Bueb: Erziehung ist ja immer Werteerziehung. Man soll junge Menschen dazu befähigen, die großen Werte unserer Gesellschaft in Tugenden umzusetzen, also den Wert der Wahrheit in die Tugend der Ehrlichkeit, den Wert der Gleichheit in die Tugend der Toleranz usw. Das ist die eigentliche Kunst von Erziehenden, ob das nun Eltern oder Lehrer sind. Ich würde lieber einen anderen Begriff dafür verwenden, nämlich den der „Charakterbildung“. Damit sind wir auch schon beim Begriff „Bildung“. Wenn wir in Deutschland von Bildung sprechen, fällt uns sofort akademische Bildung ein. Das hängt damit zusammen, dass die deutsche Schule eine „Belehrungsschule“ ist und keine „Charakterschule“. Das heißt, unsere Halbtagsschule beschränkt sich letztlich auf akademische Belehrung. Die Angelsachsen kennen für Bildung und Erziehung, oder akademische Bildung und Charakterbildung nur ein Wort, nämlich „education“. Das heißt, sie haben die Einheit von akademischer Bildung und Charakterbildung erkannt und bereits im Begriff zusammengefasst, während wir diese Begriffe auseinander halten.

MEDIEN-MONITOR: Sind die Fehler der Führungskräfte in Wirtschaft und Politik auf mangelnde Charakterbildung zurückzuführen?

Dr. Bueb: Bei unseren Führungseliten mangelt es an Charakter. Die einzige Möglichkeit, wie sie mit der Macht zurechtkommen und sich vor einem Missbrauch der Macht schützen können, ist Charakter. Wir müssen also alles auf die Charakterbildung setzen. Wie kann man das nun flächendeckend in Deutschland realisieren? Wir müssen wegkommen von der deutschen „Belehrungsschule“. Denken Sie an das alte humanistische Gymnasium, das war eine „Charakterschule“. Warum? Weil diese Schule größtenteils eine Bildungsschule und keine Ausbildungsschule war. Unsere deutschen Gymnasien sind abgesunken zu Ausbildungsanstalten. Was heißt Bildung eigentlich? Bildung ist ja kein Kanon von Wissen, sondern es ist eine Haltung, die ich erwerbe, indem ich mir das Wissen und die Werte der Vorfahren aneigne und eine Haltung gewinne, mit der ich der Welt begegne, mit der ich den Menschen begegne, mit der ich die Welt interpretiere. Aus dieser Haltung heraus gewinne ich die Impulse für mein Handeln, das nennt man Charakter. Wer gebildet ist, hat Charakter. Man könnte auch sagen, Charakter ist Widerstand, d. h. man sollte in Kindern und Jugendlichen auch die Widerstandskräfte gegen die Reize der Umwelt wecken und stärken. Das oberste Ziel von Bildung und Charakterbildung sollte immer sein, das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen so zu stärken, dass sie Widerstand leisten können, gegen die Einflüsse von außen, so dass sie ihren Weg gehen können.

MEDIEN-MONITOR: Wie findet Charakterbildung statt?

Dr. Bueb: Der Königsweg der Charakterbildung ist das Spiel. Das beginnt schon in der Familie. Mit dem Spiel kann man einem Kind das beibringen, was einen Charakter ausmacht, nämlich allem voran tolerant zu sein, den anderen Spieler zu akzeptieren. Um den anderen Spieler zu akzeptieren, muss man sich selbst zuerst akzeptieren. Durch das Spiel lernt man Regeln einzuhalten, Disziplin. Disziplin ist nicht immer, wie es in Deutschland verstanden wird, eine Maßnahme von oben, um Menschen zu disziplinieren. Sie ist ein Mittel, das ich Menschen an die Hand gebe, damit sie ihre eigenen Ziele erreichen können. Ob das nun eigene Ziele sind oder solche, die durch Einsicht erreicht werden, das ist dann Selbstdisziplin. Diese Disziplin kann ich im Spiel lernen. Ich kann lernen, mich unterzuordnen, damit das Spiel gelingen kann, z. B. einem Trainer oder Schiedsrichter. Ich lerne, an mich zu glauben, ich stärke mein Selbstvertrauen. Dieses Spiel müsste wieder Einzug in die Schulen finden. In den humanistischen Gymnasien hat dieses Spielen einen großen Raum eingenommen – das Theaterspielen, die Rhetorik, der ganze spielerische Charakter im Deutschunterricht und so weiter. Internate sind natürlich wunderbare Einrichtungen, weil da das Spiel gegenüber dem rein akademischen Unterricht dominiert.

MEDIEN-MONITOR: Nicht alle Eltern können sich für ihre Kinder eine Internatsausbildung leisten.

Dr. Bueb: Der einzige Weg, wie man Charakterbildung durch das Spiel flächendeckend ermöglichen kann ist die Ganztagsschule. Damit meine ich nicht den ganzen Tag Schule, sondern vormittags Unterricht, ein gemeinsames Mittagessen – kultiviert zu essen ist ungemein bildend – und dann müsste das Spiel am Nachmittag dominieren, das heißt Sport, Theater, Musik, die schöpferische Medienarbeit, die Schülermitverantwortung als spielerische Einübung von Politik, Unternehmungen in der Natur, handwerkliches Arbeiten – und das immer unter Anleitung von Lehrern. Ganz wichtig für die Charakterbildung sind Gemeinschaften. Ohne Gemeinschaft können Kinder die Grundtugenden unserer Gesellschaft nicht lernen, also den Gemeinsinn, das verantwortliche Handeln, Toleranz, die Akzeptanz von anderen Menschen. Dazu brauchen Kinder die Gemeinschaft und sie brauchen außerdem die Zuwendung und Zeit von Erwachsenen und Lehrern. Das könnte man flächendeckend durch die Ganztagsschule erreichen, wenn sie so gemacht würde, dass nach der Schule das Spiel dominiert. Dafür gibt es in unserem Land bereits viele gute Beispiele: Ich möchte daran erinnern, dass die Angelsachsen dem Spiel einen so hohen Rang einräumen, dass sie zum Beispiel im Sport das „Fair Play“, also die moralische Erziehung im Sport, höher schätzen als die körperliche Ertüchtigung. Der Herzog von Wellington hat nach der Schlacht von Waterloo gesagt: „Die Schlacht von Waterloo wurde auf den Sportfeldern von Eton und Harrow gewonnen.“ Ihre Charakterstärke haben diese Offiziere, die Napoleon besiegt haben, im Sport erworben. In Deutschland würde niemand dem Sport eine solche Bedeutung einräumen.

MEDIEN-MONITOR: Wenn die Kinder eine Ganztagsschule besuchen, wo findet dann noch Familienleben statt?

Dr. Bueb: Zunächst einmal ist Gemeinschaftserziehung die Ergänzung und Fortsetzung einer gelungenen Erziehung in der Familie. Das Fundament ist die Familie. Sie braucht aber nicht den Nachmittag zur Erziehung. Denn was passiert nach dem Mittagsessen in einer geordneten Familie? Die Mutter fährt das eine Mädchen zum Reitstall, den Jungen zum Fußballclub und anschließend beginnt der Kampf um die Hausaufgaben mithilfe von Nachhilfelehrern und so weiter. Um 17.00 Uhr muss die Mutter erst einmal einen Wermut trinken, um sich von diesem Nachmittag zu erholen. Das ist reale Erziehung in der Familie. In meiner Vorstellung würden diese Kinder wunderbar in Gemeinschaft mit anderen Fußball spielen, könnten ihre Geigenstunde von der Schule aus besuchen und die Mutter könnte sich am Nachmittag entweder erholen, denn der Abend wird ja noch mühsam für sie, oder sie könnte ihrem Beruf nachgehen. Und wer wären die Gewinner der Ganztagsschule? An erster Stelle die Lehrer, weil es ein Privileg ist, mit Schülern außerhalb der Schulzeit zusammen sein zu dürfen – und das sagt einer, der das 35 Jahre lang Tag und Nacht getan hat. Die zweiten Gewinner sind die Kinder aus bildungsfernen Schichten, die am Nachmittag in der Gemeinschaft von den Medien ferngehalten werden würden. Der beste Weg gegen Fernsehen, Computer usw. sind Unternehmungen in der Gemeinschaft. Das große Defizit am Nachmittag wäre aufgehoben. Die Kinder aus Migrantenfamilien und die berufstätigen Mütter, die Alleinerziehenden, die vielen Einzelkinder und die überbehüteten Kinder aus den intakten Familien, alle wären Gewinner, es gäbe gar keine Verlierer. In 80 Prozent aller westlichen Kulturnationen sind die Ganztagsschulen selbstverständlich. Die Frage ist immer, wer die Geisterfahrer sind. In der Regel die Minderheiten. Aber wir Deutschen denken manchmal, wir würden in die richtige Richtung fahren und alle anderen seien die Geisterfahrer. Deswegen glaube ich, wir müssen die Ganztagsschule einführen. Es ist die Lösung für die Ungerechtigkeit, dass Kinder aus den bildungsfernen Schichten in zu geringer Zahl eine höhere Bildung erwerben können. Das ist ein Skandal und sogar gefährlich für unser Land, weil wir Begabungsreserven unseres Landes nicht mobilisieren.

MEDIEN-MONITOR: Wie können wir sie mobilisieren?

Dr. Bueb: Die Lehrer müssen die Kinder entdecken. Ich behaupte, dass kein Kind verloren geht, wenn sein Lehrer an es glaubt. Um aber an ein Kind glauben zu können, muss ein Lehrer es in seinen Stärken erleben und nicht in seinen Schwächen. Die Lehrer sollen dieselben Kinder, die sie morgens als lernunwillige Kröten im Unterricht erleben, am Nachmittag beim Fußball, im Handwerk, in der Musik, in Rapper-Groups oder im Theater kennen lernen und sie dabei entdecken und fördern. Das ist der Weg, der Königsweg, wie wir diese Ungerechtigkeit aufheben können. Wir haben in diesem Land bildungspolitisch immer daran geglaubt, dass wir durch die Veränderung von Strukturen irgendeinen Fortschritt erreichen können. Wir haben vergessen, die Menschen, die diese Strukturen mit Leben füllen sollen, ihrerseits zu verändern, die Lehrer. Die Lehrer müssen in den Mittelpunkt der bildungspolitischen Debatte rücken. Sie müssen ihr Selbstverständnis ändern und bereit sein, auch charakterbildend, erziehend tätig zu sein. Ihre Aus- und Fortbildung, ihre Arbeitsbedingungen müssen verändert werden. Dass Lehrer keinen Arbeitsplatz an der Schule haben ist ein Skandal. Sie müssen vom Unterricht entlastet werden, wenn sie nachmittags mit den Kindern Theater spielen. So würde eine völlig neue Kultur entstehen. Lehrer sind in der Regel sehr aufgeschlossen. Auf der Herfahrt von Berlin habe ich in Erlangen im Marie-Theresia-Gymnasium Station gemacht und vor dem Lehrerkollegium gesprochen. Es herrscht eine große Akzeptanz für diese Art von Charakterbildung. Vor allem die jungen Lehrer wollen das. Es bedeutet aber eine unglaubliche Veränderung und die müssten wir bei den Bildungspolitikern erreichen. Der wichtigste und beste Mann, die beste Frau, müssten zum Kultusminister bzw. zur Kultusministerin ernannt werden. Sie wären fast noch wichtiger als der Ministerpräsident.

MEDIEN-MONITOR: Ist der Bildungsnotstand die Folge eines Erziehungsnotstandes?

Dr. Bueb: Erziehen ist eine Führungstätigkeit, eine aktive Tätigkeit. Jede Führungstätigkeit bedeutet, die Menschen, die man führt, in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken. Das gilt auch für einen Abteilungsleiter oder einen Unternehmer. Er muss Ziele vereinbaren und dann kontrollieren, ob diese Ziele erreicht wurden. Kontrolle heißt ja, jemandem einen Spiegel vorzuhalten, so dass sich dieser selbst einschätzen kann. Dann folgen Lob und Kritik. Lob ist Belohnung, Kritik in erster Linie Hilfe, dass der Mensch sein Verhalten ändern kann. Bei dieser Kontrolle scheitern die meisten, weil es ihnen zu anstrengend ist, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Konflikte strapazieren die Beziehung zu den Kindern oder zu den Mitarbeitern und deswegen unterlässt man sie. Ich behaupte, dass in unserem Land leider zu viele Erwachsene „unerwachsen“ handeln. Denn Erwachsensein heißt ja, dass ich genau weiß, was ich will, dass ich in mir ruhe, dass ich bereit bin, für andere Verantwortung zu übernehmen und auch Konflikte einzugehen und das als Recht erkannte durchzusetzen. Mein erstes Buch ist nichts anderes als ein Appell an die Erwachsenen: „Werdet endlich erwachsen, übernehmt Verantwortung, zeigt, dass ihr Charakter habt!“

MEDIEN-MONITOR: Ist Deutschland ein Kindergarten?

Dr. Bueb: Nein, Deutschland ist kein Kindergarten. Wir sind eine beschädigte Kultur, eine beschädigte Nation. Schon die Tatsache, dass man einen Begriff wie „Führung“ nicht benutzen kann, ohne dass man sofort angegriffen wird, jedenfalls im Bereich von Bildung und Erziehung, weist darauf hin. Die Bundeswehr hat schon in den 60er Jahren den Mut besessen, von „innerer Führung“ zu sprechen – nur im Bereich der Bildung und Erziehung ist dieser Begriff nach wie vor tabuisiert. Man weicht aus auf Leadership oder Management, weil man den Begriff „Führung“ vermeiden will. Dabei ist er ein guter, alter, deutscher Begriff, den wir unbedingt wieder einführen sollten, weil er eben all das beinhaltet, was zu Führung gehört, nämlich Vorbild sein, Zuversicht ausstrahlen usw. Der Begriff ist belastet, aber ich habe ein Zitat von Helmut Schmidt gefunden, der, als er sagte, Demokratie brauche Führung, gefragt wurde, warum er diesen Begriff verwende. Da sagte er, dass es nach wie vor der beste Begriff ist.
Auch Lehrer brauchen Führung. Der Lehrerberuf ist meiner Ansicht nach der einzige Beruf, der auf die Segnung von Führung verzichten muss. Schulleiter sind Verwalter, die Schulleiterposition ist als Verwaltungsposition definiert. Nach Schätzung der Fachliteratur verwalten 80 Prozent der deutschen Schulleiter ihre Schule, aber sie führen nicht. Sie haben auch keine Führungsinstrumente und vor allem auch keine Kontrollinstrumente. Ein Lehrer verschwindet in seinem Klassenzimmer, kein Mensch weiß, was geschieht, außer den Schülern. Die finden es aber nicht interessant genug, um darüber zu berichten. Es bleibt also ein Geheimnis.

MEDIEN-MONITOR: Offenbar mangelt es der Schule an Transparenz.

Dr. Bueb: Und die Notleidenden sind die Lehrer, weil niemand ihre Nöte wahrnimmt. Ein Lehrer kann 30 Jahre lang schlechten Unterricht geben, ihn selber für gut halten und niemand kann ihm reinreden, solang er die Formalien einhält, also die Kinder nicht schlägt, pünktlich kommt oder überhaupt kommt. Ein Schulleiter kann nicht eingreifen und weiß überhaupt nicht, was im Unterricht geschieht. Das Urteil des Schulleiters bildet sich aus dem Hörensagen des Geredes der Schüler. Man muss neue Führungsinstrumente einbauen. Mein Vorschlag ist, dass jedes Jahr jeder Schüler einen Fragebogen ausfüllt, der die Qualität des Unterrichts seiner Lehrer abfragt und ihn unterschreibt – also nicht anonym abgibt. Dieser Fragebogen geht an den Schulleiter. Der Schulleiter hat die Pflicht, einmal im Jahr ein Gespräch mit dem Lehrer zu führen. Das wird in vielen Kantonen der Schweiz seit acht Jahren gemacht und ist eine Erfolgsgeschichte. Der größte Erfolg ist, dass die Schulleiter endlich erfahren, wie viel Gutes im Unterricht geschieht, von dem sie gar keine Ahnung haben. Und wenn sie was Schlechtes erfahren, dann können sie darauf reagieren, indem sie den Lehrern helfen, damit sie ihre Situation verbessern können. Das gleiche Verfahren sollte man auch auf die Schulleiter anwenden, so wird es auch in der Schweiz gemacht. Man sollte Schulleiter immer nur auf fünf Jahre bestellen und den Vertrag nur erneuern, wenn die Befragung der Lehrer in diesem Fall und der vorgesetzten Behörde, die man vermutlich in Führungsfragen etwas schulen müsste, entsprechend ausfallen würde.

MEDIEN-MONITOR: Wenn wir diese Kontrollmechanismen in Deutschland einführen, kommen die Lehrer nicht gut dabei weg.

Dr. Bueb: Doch sie kommen sehr gut dabei weg. Sie sollten sich einmal das Internet-Portal „Spickmich.de“ ansehen, wo Schüler Lehrer bewerten können. Es ist erstaunlich, wie positiv die Lehrer letztendlich in der Summe davonkommen. Schüler sind sehr fair in ihrer Bewertung. Sie sind wohlwollend und sie wollen ihre Lehrer nicht in die Pfanne hauen. Das ist ein Missverständnis. Schüler sind sehr viel fairer, sehr viel moralischer, als es sich die Erwachsenen in ihren Köpfen vorstellen.

MEDIEN-MONITOR: Was müssen Lehrer tun, um Schüler für den Unterricht zu begeistern?

Dr. Bueb: Ihre Taten müssen mit ihren Worten übereinstimmen. Sie sollten bereit sein, Schüler zu fordern und zu fördern. Sie sollten fürsorglich sein und vor allem auf den Einzelnen eingehen. Es gibt einen alten Satz der Reformpädagogen: „Zu viele Lehrer unterrichten Fächer und nicht Schüler.“ Das Entscheidende ist, dass sie den Einzelnen sehen und fördern. Man müsste Noten nicht für eine absolute Leistung, sondern für Lernfortschritte geben. Ein Junge, der in Französisch von Note fünf auf drei gestiegen ist, sollte für seine Leistung, diesen Lernfortschritt gemacht zu haben, belohnt werden und nicht das Mädchen, das schon immer eine Eins hatte und vom lieben Gott gut ausgestattet wurde. Man sollte am Schuljahresende Preise an diejenigen vergeben, die Lernfortschritte gemacht haben. Das wäre ein Weg, um junge Menschen mit Lernschwierigkeiten zu ermutigen.

Medien-Monitor: Herr Dr. Bueb, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Michael Märzheuser beim Hilton Talk am 12. November 2008 in München.