Arbeitswelt 4.0 – Wie neue Technologien die Welt revolutionieren

Durch neue Innovationen, die den Menschen die Arbeit erleichtern sollen, verändert sich die Arbeitswelt schneller als je zuvor. Die sogenannte „Arbeit 4.0“ ist Chance und Herausforderung zugleich und entsteht aus Veränderungen in verschiedenen Bereichen: einem grundlegendem kulturellen Wandel durch neue Ansprüche an die Organisation von Arbeit, neuen Produkten und Produktionsprozessen sowie der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung. Parallel versuchen Unternehmen immer schneller und kostengünstiger zu produzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch Software und intelligente Maschinen sind nicht nur effizienter, sondern meistens auch kostengünstiger als Menschen, deswegen steigt die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust.

Durch technologische Innovationen sind in der Vergangenheit wiederholt Tätigkeiten in großem Umfang weggefallen, doch auf der anderen Seite werden auch neue Berufsbilder geschaffen. Einige Experten sind jedoch der Ansicht, dass durch die fortschreitende Digitalisierung Jobs in einem Ausmaß verdrängt werden, die durch neue Beschäftigungsmöglichkeiten nicht in gleichem Umfang ausgeglichen werden. Als Beispiel für die drastischen Folgen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt ist der Fotogigant „Kodak“ aufzuführen. Zu Hochzeiten der Fotoindustrie hatte dieser 145.000 Mitarbeiter im mittleren Einkommensbereich. Davon blieben nach der Revolution durch die Digitalfotografie nur noch 8.000 Stellen übrig, dass heißt 82 Prozent der Arbeitsplätze gingen verloren. Durch die Digitalisierung und den Siegeszug der Fotohandys funktionierte das Geschäftsmodell des ehemaligen Fotogiganten nicht mehr und so gingen die Umsätze stark zurück.

Welchen Einfluss werden nun Roboter und Automatisierung auf die Arbeitswelt der Zukunft haben? Die internationale Unternehmensberatung A.T. Kearney hat dafür in einer aktuellen Studie rund 1.300 Berufe in Deutschland analysiert. Bei 300 Jobprofilen wurde ein erhöhtes Automatisierungsrisiko in den nächsten zwei Jahrzehnten erkannt. Ganze 45 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in diesen Berufen.

In einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2015 dagegen heißt es, dass Menschen nur in den wenigsten Berufen vollständig ersetzbar sind.  Ausschließlich Routineaufgaben werden automatisiert, nicht ganze Berufe. Über den Anteil an Routine-Tätigkeiten kann bestimmt werden, wie hoch das Substituierbarkeitspotenzial einzelner Berufe ist. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass lediglich 15 Prozent der Arbeitsplätze Tätigkeitsprofile mit einer hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit aufweisen, darunter zum Beispiel Jobs in der Industrieproduktion. Niedriges Substituierbarkeitspotenzial dagegen haben vor allem Spezialisten- und Expertenberufe.

Die Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf die Kommunikationsbranche. So erscheinen neuerdings Begriffe wie „Cat Content“ (Inhalte ohne Mehrwert) oder „Storytelling 2.0“ (Inhalte müssen online tauglich gewählt werden). Es entstehen neue Berufsbilder wie der „Social Media Manager“, denn Kommunikation verschiebt sich zunehmend ins Netz. Nur noch die wenigsten Unternehmen haben keine eigene Homepage, oder sind nicht in anderen sozialen Netzwerken präsent. Dies erfordert auch Anpassungen an die Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Denn Informationen breiten sich im digitalen Zeitalter rasant aus, weswegen schneller reagiert werden muss.

Wie die Arbeitswelt der Zukunft im Einzelnen aussehen wird, ist noch offen. Allerdings ist unverkennbar, dass wir vor einem grundlegendem Wandel stehen, in dem globale Vernetzung, Wertewandel und soziale Kompromisse eine wichtige Rolle spielen. Die Ansprüche an Arbeit werden sich verändern, genauso wie die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen. Wie kann ein hoher Beschäftigungsstand gesichert bleiben? In welchen Bereichen können neue Beschäftigungsbilder entstehen? Wie wird sich der digitale Wandel weiterhin auf die Beschäftigung auswirken?

Eine intelligente Ausgestaltung der Arbeitswelt 4.0 ermöglicht Hoffnung auf ein enormes Wachstumspotenzial für Deutschland, einhergehend mit einer großen Veränderung für Arbeitsplätze und Arbeitsmarkt. Die Digitalisierung stellt  Anforderungen an uns alle und so muss jeder bemüht sein, Wissen und Können auf dem aktuellen technologischen Stand zu halten, damit die nächste industrielle Revolution nicht ohne uns geschieht.