„Es gibt keine Instanz aus dem Weltall, die uns die Schulden abnehmen könnte“: Gespräch mit Prof. Dr. Gerhard Illing, Professor für Makroökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Krise als Chance: Sofern die politischen Akteure die richtigen Weichen stellen, wird Europa wettbewerbsfähig bleiben und den gewohnten Lebensstandard halten, meint Illing. Dazu nötig sei allerdings eine effizientere europäische Regierungsstruktur – Die Vereinigten Staaten von Europa nach dem Vorbild der USA. Weiterlesen

Der Buchautor Michael Grandt auf dem Hilton Talk.

„Es gibt drei Möglichkeiten: Inflation, Währungsreform oder Staatsbankrott“: Gespräch mit Michael Grandt, Wirtschafts- und Finanzjournalist, Buch- und Drehbuchautor

Krise ohne Ende: Nach Auffassung von Dr. Michael Grandt steht Europa kurz vor einer folgenschweren Währungsreform. Doch ein Ende mit Schrecken sei besser als ein Schrecken ohne Ende, meint der Buchautor und Finanzexperte. Den Bundesbürgern prognostiziert er magere Jahre und ein Ende des Wohlfahrtsstaates. Weiterlesen

05.06.2013, Hilton Munich Park: Einsteiger, Aussteiger, Umsteiger. Auf zu neuen Zielen

„Die gerade Linie ist gottlos“, postulierte der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser vor vielen Jahren. Dennoch folgen zahlreiche Berufskarrieren einem vorgezeichneten, geraden Weg, der nur wenig Platz für Richtungswechsel lässt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fordern dabei allzu oft Stromlinienförmigkeit und Angepasstheit. Denn die Tendenz zum unternehmerischen Zentralismus, Optimierungszwänge und das Primat der ökonomischen Effizienz verhindern Normabweichungen. Aber nicht alle Menschen schwimmen mit dem Strom. Einige wenige biegen ab und entdecken neue berufliche Triebfedern. Sie entwickeln verblüffende Geschäftsideen oder schlagen einen völlig anderen, für viele unerwarteten Kurs ein. Doch wie kommt es zu solch radikalen Brüchen mit dem Gewohnten? Wie gelingt die Neuorientierung? Und welche Steine liegen auf den neuen Berufswegen? Derartige Fragen wurden beim 18. Hilton Talk in München diskutiert. Dazu wurden ein Einsteiger, ein Aussteiger und ein Umsteiger eingeladen – allesamt unterwegs zu neuen Zielen. Weiterlesen

21.11.2012, Hilton Munich Park: Burn-On statt Burn-Out: Wege aus dem Seeleninfarkt

Ausgebrannt. Das Bild des verglühten Feuers trifft den Gemütszustand der Betroffenen recht gut: Wer am Burn-Out-Syndrom leidet, wirkt oftmals apathisch, depressiv und teilnahmslos. Weiterlesen

12.09.2012, Hilton Berlin: Zwischen Veränderungswut und Angststarre: Wie viel Wandel muss sein?

„Panta rhei – Alles fließt.“ Ohne Frage: die Erkenntnis des griechischen Philosophen Heraklit ist aktueller denn je. Selten zuvor hatte die Menschheit auf derart zahlreiche und fundamentale Veränderungen zu reagieren.

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23.05.2012, Hilton Munich Park: Zwischen Veränderungswut und Angststarre: Wie viel Wandel muss sein?

„Panta rhei – Alles fließt.“ Ohne Frage: die Erkenntnis des griechischen Philosophen Heraklit ist aktueller denn je. Selten zuvor hatte die Menschheit auf derart zahlreiche und fundamentale Veränderungen zu reagieren.

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20.10.2011, Hilton Munich Park: Europa vor dem Crash: Kommt die Währungsreform?

Hat der Euro ausgedient? Die Mitgliedsstaaten der EU haben einen gewaltigen Schuldenberg aufgetürmt. Die Börsen fahren Achterbahn. Länder wie Griechenland und Portugal stehen vor dem Staatsbankrott. Italien und Spanien könnten nach Ansicht vieler Experten folgen. Um das finale Finanz-Fiasko zu verhindern, setzen die klammen Krisenländer auf drakonische Sparmaßnahmen.

Doch diese führen vielerorts zu sozialen Unruhen. In Griechenland liefern sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei und auch England wurde von blutigen Krawallen heimgesucht. Selbst in Berlin fackeln Brandstifter immer häufiger teure Autos ab – Experten warnen bereits vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Bundesrepublik.
Wie nun aber muss Europa auf das Schuldendilemma reagieren? Wie sollte sich Ottonormalverbraucher“ auf mögliche Krisenszenarien vorbereiten? Sind die Tage des Euro tatsächlich gezählt? Oder sind die Warnungen der Kritiker letzten Endes als Panikmache einzustufen? Derartige Fragen stehen im Fokus des Hilton Talk, der das Für und Wider der europäischen Gemeinschaftswährung beleuchten wird.

 

Michael Grandt
Michael Grandt
Wirtschafts- und Finanzjournalist, Buch- und Drehbuchautor

Für Michael Grandt steht fest, dass der Euro-Crash kurz bevorsteht: Fünf bis zehn Jahre gibt er der europäischen Gemeinschaftswährung noch, danach sei sie Geschichte. Die Rückkehr zur D-Mark würde die deutsche Wirtschaft zwar hart treffen, sei einer jahrzehntelangen Milliarden-Subvention schwächelnder EU-Staaten aber vorzuziehen. Sollte die Bundesrepublik bei ihrem derzeitigen Kurs bleiben und weiterhin als „Zahlmeister“ der Krisenstaaten einspringen, drohe ihr selbst der Bankrott, erklärt Grandt.
Lebensversicherungen und Ersparnisse wären in Gefahr, Renten und Arbeitslosengeld müssten drastisch gekürzt werden. Der einzelne Bürger sollte sich nach Auffassung des Gesellschaftskritikers in jedem Fall auf die Krise vorbereiten, seine Arbeitsfähigkeit erhalten und in die eigene Bildung investieren. Denn in Zukunft, so der Bestseller-Autor, werden nur noch qualifizierte Menschen einen Arbeitsplatz finden – auch wenn die Politik mit anderen Prognosen zu beruhigen versuche. Zum Gespräch

Prof. Dr. Gerhard Illing

Prof. Dr. Gerhard Illing
Professor für Makroökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Falls sich Deutschland vom Euro verabschieden würde, wäre dies für die Bundesrepublik „extrem kostspielig“, erklärte Illing vor kurzem in einem ARD-Interview. Die Abkehr von der Gemeinschaftswährung hätte zudem eine unkalkulierbare politische Instabilität zur Folge. Zugleich macht der Münchner Wirtschaftswissenschaftler aber auch deutlich, dass sich in Europa einiges ändern müsse, wenn die Staatschefs am Euro festhalten wollen.
Illing fordert in diesem Kontext vor allem eine grundlegende Reform der europäischen Regierungsstruktur nach US-amerikanischem Vorbild. Wie die Vereinigten Staaten von Amerika müssten auch die Mitgliedsländer der Europäischen Union einer zentralen politischen Instanz folgen. Nur auf diese Art und Weise könnten sich einheitliche Regeln für alle Staaten durchsetzen. Bislang indes sei die Europäische Zentralbank die einzige Institution, die in der Schuldenkrise handlungsfähig ist, so Illing. Zum Gespräch

Gottfried Urban

Gottfried Urban
Diplom-Bankbetriebswirt und unabhängiger Vermögensverwalter

Der Vorstand des unabhängigen Vermögensverwalters Neue Vermögen AG aus Traunstein glaubt nicht an den Untergang des Euro und hält eine globale Rezession für äußerst unwahrscheinlich. Der Bundesrepublik prognostiziert Urban eine Normalisierung des Wachstumstempos auf Vorkrisenniveau. Dennoch nimmt der Portfolio-Spezialist die Sorgen seiner Mandanten ernst: Gegen die Angst vor dem Euro-Crash helfe vor allem „das Gebot der Diversifikation“. Das heißt: Investoren sollten ihr Vermögen in den gegenwärtig unruhigen Zeiten auf unterschiedliche Anlageklassen verteilen.
Neben wenig konjunktursensiblen Aktien und indirekten Immobilien-Investments gehöre auch die Ersatzwährung Gold ins Depot – genauso wie kurzlaufende Zinsanlagen in Euro. Den Investoren rät Urban letztlich, bloß nicht in Panik zu verfallen. Schließlich sei Angst ein denkbar schlechter Ratgeber. Die Neue Vermögen AG gehört mit einem verwalteten Vermögen von rund einer Milliarde Euro zu den führenden bankenunabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland. Zum Gespräch

Impressionen:

Michael Grandt

„Unser Wohlfahrtsstaat wird bald Geschichte sein.“ Michael Grandt,  Wirtschaftsjournalist und Buchautor.

Gottfried Urban

„Die Einführung des Euro war die richtige Entscheidung.“ Gottfried Urban, Diplom-Bankbetriebswirt und unabhängiger Vermögensverwalter.

Prof. Dr. Gerhard Illing

„Wir brauchen eine stärkere und effizientere Regierungsstruktur für Europa.“ Prof. Dr. Gerhard Illing, Professor für Makroökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Michael Märzheuser

„Die ökonomische Stabilität der Welt steht auf dem Spiel.“ Michael Märzheuser, Gastgeber und Moderator des Hilton Talk.

Impressionen vom Hilton Talk

Die Gastgeber und ihre Gäste: Michael Märzheuser (links) und Hilton-Manager Christoph Glaser (rechts) nehmen die Euro-Experten in ihre Mitte.

Impressionen vom Hilton Talk

Hilton-Talk-Moderator Michael Märzheuser (rechts) und Unternehmensberater Günter Nehler (Mitte) im Gespräch mit Thomas Meyer, Vorstand der Wertgrund Immobilien AG.

Impressionen vom Hilton Talk: Harry Flosser

Der Künstler und sein Modell: Harry Flosser porträtiert Michael Grandt.

Impressionen vom Hilton Talk

Zum letzten Mal im gewohnten Ambiente: 2012 wird der Hilton Talk in neuen Räumlichkeiten über die Bühne gehen.

Impressionen vom Hilton Talk

Erfrischende Getränke, erfrischende Gespräche: Der Hilton Talk.

30.06.2011, Hilton Berlin: Führung im 21. Jahrhundert

In Nordafrika und im Nahen Osten fallen Diktatoren wie Domino-Steine. Westliche Unternehmen haben erkannt, dass streng hierarchische Führungsstrukturen ineffizient sind. Und selbst im Fußball muten machtbewusste Trainer wie Louis van Gaal oder Felix Magath als Anachronismen an, deren „Umgangsformen erheblich aus der Zeit geraten“ (SZ) sind. Es scheint so, als ob ein gewaltiger Demokratisierungssturm sämtliche Ausprägungen autoritären Führens hinwegfegt. Weiterlesen

25.05.2011, Hilton Munich Park: Führung im 21. Jahrhundert

In Nordafrika und im Nahen Osten fallen Diktatoren wie Domino-Steine. Westliche Unternehmen haben erkannt, dass streng hierarchische Führungsstrukturen ineffizient sind. Und selbst im Fußball muten machtbewusste Trainer wie Louis van Gaal oder Felix Magath als Anachronismen an, deren „Umgangsformen erheblich aus der Zeit geraten“ (SZ) sind. Es scheint so, als ob ein gewaltiger Demokratisierungssturm sämtliche Ausprägungen autoritären Führens hinwegfegt.

In Anbetracht von Finanzkrise, Klimakatastrophe und zunehmender Ressourcenknappheit sehnen sich gleichzeitig aber auch immer mehr Bürger nach charismatischen Anführern, die Orientierung geben und den Weg in eine sichere Zukunft weisen. Wie nun müssen Menschen in leitender Position angesichts der Hierarchiedebatte reagieren? Welche Charaktereigenschaften sollten Führungskräfte mitbringen, um ihre Firma oder Institution mit Unterstützung der eigenen Belegschaft voranzubringen? Und wie kann ein Chef aus seinen Mitarbeitern ohne zu viel Druck Kreativität und Leistungsbereitschaft herauskitzeln? Zum Hilton Talk am 25.05.2011 hatten wir Experten mit breiter Führungserfahrung eingeladen. Mit ihnen diskutierten wir über Führung im 21. Jahrhundert.

 

Anselm Bilgri

Anselm Bilgri
Vortragender, Ratgeber, Buchautor und Dozent, ehemaliger Benediktiner-Mönch

30 Jahre lang war Anselm Bilgri Mönch, 18 Jahre verbrachte er im Kloster Andechs. Als Cellerar und Prior trug er entscheidend dazu bei, dass sich das Kloster zu einer deutschlandweit bekannten Marke entwickelte und wirtschaftlich florierte. Nach internen Auseinandersetzungen verließ Bilgri die Ordensgemeinschaft und wurde Gesellschafter einer Unternehmensberatung. Mittlerweile versteht sich der 57-Jährige als Ratgeber.

Er hält zahlreiche Vorträge und ist seit 2011 Dozent an der Hochschule München. Managern empfiehlt Bilgri noch immer die Ordensregel Benedikts als Leitfaden für eine werteorientierte Unternehmensführung. Weil eine steigende Zahl an Menschen die Bindung zur Kirche verliere, kommt Bilgris Ansicht nach den Führungskräften der Unternehmen eine hohe ethische Verantwortung zu. Letztere müssten heute jene Vorbildfunktion erfüllen, die früher von Kirchenvertretern wahrgenommen wurde. >>Zum Gespräch

Birgit Baron

Birgit Baron
Diplom-Sozialpädagogin und Business-Coach

Als Business-Coach organisiert Birgit Baron für ihre Klienten Begegnungen ganz besonderer Art: In ihren Seminaren fungieren Pferde als Co-Trainer. Diese sind Spezialisten im Erkennen von Unstimmigkeiten zwischen Auftreten und Absicht und vermitteln den Kursteilnehmern durch ihr sensibles Gespür für Unsicherheit aber auch Stärken beizeiten deutlicher, worauf es beim Führen ankommt, als manch menschlicher Berater.

Pferde lassen sich nicht täuschen. Weder durch aufgesetzte Sicherheit, noch durch Kleidung oder eine unechte Gestik. Durch den Kontakt mit den Pferden lernen die Seminaristen – sozusagen im Galopp – dass neben Durchsetzungsvermögen und Zielbewusstsein auch Vertrauen und Respekt wichtige Grundpfeiler eines guten Führungsstils darstellen. >>Zum Gespräch

Alfons Schuhbeck

Alfons Schuhbeck
Spitzenkoch, Autor und Unternehmer

Einem Spitzenkoch muss die Führungskompetenz im Blut liegen: Wie ein Dirigent hat er die hektischen Arbeitsabläufe in der Küche zu koordinieren und muss ein enormes Organisationstalent aufweisen um dem Gast in möglichst kurzer Zeit die gewünschten Speisen zu servieren. Alfons Schuhbeck hat es in diesem Metier sehr weit gebracht: Seit 1983 hält der Spitzenkoch einen Michelin-Stern. Aber auch als Unternehmer hat sich der gebürtige Traunsteiner einen Namen gemacht.

Neben dem Restaurant „In den Südtiroler Stuben“ am Münchner Platzl betreibt er einen Eissalon, einen Schokoladenladen, einen mehrstöckigen Gewürzladen, einen Partyservice, die „Orlando Bar“ sowie eine ausgezeichnete Kochschule. Überdies bewirtet Alfons Schuhbeck täglich den FC Bayern München und bekocht den Verein auch bei Auswärtsspielen in der Champions League. Sich selbst bezeichnet der Koch in Interviews schon mal als „Kampfmaschine“ – allerdings als eine mit hohem Respekt vor den eigenen Mitarbeitern. >>Zum Gespräch

Impressionen:

Anselm Bilgri

„Mein Führungskonzept stammt aus dem 6. Jahrhundert.“ Anselm Bilgri, Vortragender, Ratgeber, Buchautor und Dozent, ehemaliger Benediktiner-Mönch.

 

Birgit Baron

„Als Führungskraft muss ich nicht von jedem geliebt werden.“ Birgit Baron,  Diplom-Sozialpädagogin und Business-Coach.

 

Alfons Schuhbeck

„Man ist zum Häuptling geboren, oder zum Indianer.“ Alfons Schuhbeck,
Spitzenkoch, Autor und Unternehmer.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Die Talk-Gäste mit Hilton-Manager Christoph Glaser und Gastgeber Michael Märzheuser.

 

Dr. Ulrich Mautner mit Moderator Michael Märzheuser

Dr. Ulrich Mautner von Salus und Michael Märzheuser.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Regine Evers, Schuldirektorin a.D., unterhält sich mit dem Gastgeber.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Die Talk-Gäste im Gespräch mit Michael Märzheuser.

18.11.2010, Hilton Munich Park: Lebensqualität statt Wachstum – Alternative Gesellschaftsformen

Wirtschaftskrise, Ölpest, Klimawandel, Währungs-Miseren, Ressourcenknappheit: Die Liste Furcht einflößender Entwicklungen, welche gegenwärtig die öffentliche Agenda bestimmen, ließe sich beliebig fortsetzen. Es scheint so, als ob die Krise chronischen Charakter angenommen hat. Die Angst vor der Zukunft wird zum allgegenwärtigen Begleiter. Immer mehr Menschen verlangen deshalb nach alternativen Lebensformen.

Denn wer will schon in einer Gesellschaft leben, deren Wohlfahrt vom bedingungslosen Profitstreben abhängt? Wer will in einer Gesellschaft leben, die die Bewahrung der Schöpfung nicht ernst nimmt? Wer will in einer Gesellschaft leben, in der das ständige Bestreben nach Wachstum die Lebensqualität künftiger Generationen kostet? Doch wir können nicht einfach aus unserer Gesellschaft aussteigen, wie aus einem Bus, dessen Motor defekt ist und uns ein Taxi rufen. Wir benötigen den Rat von Spezialisten, die den Motor reparieren oder einen neuen, besseren einbauen. Über dieses Thema diskutierten wir mit unseren Talkgästen am 18. November 2010 in München.

 

Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher
Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik an der Hochschule für Philosophie München sowie Vorsitzender der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ der Deutschen Bischofskonferenz

Die rasche Abfolge von Finanz-, Wirtschafts- und Haushaltskrise hat viele unternehmerische und politische Konzepte in Frage gestellt. Wallacher ist davon überzeugt, dass die Wirtschaft jahrelang die Bedeutung des Sozialkapitals als wichtige Ressource in der Marktwirtschaft unterschätzt hat. Besonders dem Einfluss kultureller Traditionen, Normen und Werte für die gesellschaftliche Kooperation und marktwirtschaftliche Arbeitsteilung wurde zu wenig Beachtung entgegengebracht.

Ein viel versprechender Ansatz um diese „weichen Faktoren“ wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung zu erfassen, ist das Sozialkapital, also die Fähigkeit einer Gesellschaft zur Zusammenarbeit und sozialen Vernetzung. Das Sozialkapital spiele für die großen weltgesellschaftlichen Herausforderungen eine zentrale Rolle: Angefangen bei der Klimaproblematik über die Schlüsselbereiche Bildung und Integration bis hin zum Zusammenleben von Jung und Alt. In all diesen Bereichen stehen für Wallacher die großen, richtungsweisenden Entscheidungen noch aus. Zum Gespräch

Peter Spiegel

Peter Spiegel
Sachbuchautor, Unternehmensgründer, Leiter und Geschäftsführer des Genisis Institute for Social Business and Impact Strategies, Berlin

Trotz der allgegenwärtigen Krise bleibt Peter Spiegel ein Optimist. Er glaubt daran, dass die globalen gesellschaftlichen Probleme gelöst werden können, und zwar durch ein grundlegend neues Konzept: Social Business. Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat es vorgemacht: Er gründete die Grameen Bank, die Kleinkredite an Millionen Arme in der Welt vergibt.

Dieser Ansatz ist wirtschaftlich vollständig selbsttragend und erzielt gleichzeitig den stärksten Effekt zur systematischen Armutsüberwindung. Nach diesem Muster soll ein neuer Wirtschaftssektor entstehen, der die Lösung gesellschaftlicher Probleme ökonomisch effizient vorantreibt. Peter Spiegel ist sich sicher, dass auf diese Art und Weise eine neue ökosoziale Marktwirtschaft und ein weltweites ökosoziales Wirtschaftswunder entstehen könne. Zum Gespräch

Prof. Dr. Hans Diefenbacher

Prof. Dr. Hans Diefenbacher
Professor für Volkswirtschaftslehre am Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg, Stell-vertretender Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Beauftragter des Rates der EKD für Umweltfragen

Der Wirtschaftswissenschaftler empfiehlt ein ökonomisches Umdenken und kritisiert die einseitige Orientierung unserer Gesellschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Letzteres tauge nicht länger, um den wirtschaftlichen Status eines Nationalstaates adäquat abzubilden und sollte nicht alleiniger Maßstab für politische Entscheidungen sein. Schließlich würde das BIP jene Kosten in Gesellschaft und Umwelt nicht berücksichtigen, die bei der Produktion und unserem Konsum anfallen.

Diefenbacher spricht sich daher für die Etablierung eines neuen ökonomischen Paradigmas aus. Der von ihm und dem Verwaltungswissenschaftler Roland Zieschank entwickelte „Nationale Wohlstandsindex“ bildet unter anderem Umwelt-, Gesundheits-, Sicherheits- sowie Konsumdaten ab und verfügt nach Ansicht seiner Erfinder über eine weiter reichende Aussagekraft als das BIP. Nicht Wachstum sondern intelligenter Umgang mit Ressourcen – zuweilen aber auch Genügsamkeit – sind daher Gebote der Zukunft.
Zum Gespräch

 

Impressionen:

Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

„Unser Ziel muss ein weltweit einheitlicher CO2-Preis sein.“ Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik an der Hochschule für Philosophie München.

 

Peter Spiegel

„Ich habe nichts gegen Gier. Ich bin ein ausgesprochen gieriger Mensch. Ich bin gierig nach sinnhafter Arbeit.“ Peter Spiegel, Sachbuchautor, Unternehmensgründer, Leiter und Geschäftsführer des Genisis Institute for Social Business and Impact Strategies.

 

Prof. Dr. Hans Diefenbacher

„Man kann auch ohne Wachstum die Lebensqualität halten.“ Prof. Dr. Hans Diefenbacher, Professor für Volkswirtschaftslehre am Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Michael Märzheuser und Marcus-Milan Arandelovic, Cluster General Manager vom Hilton Munich Park & Hilton Munich City, mit den Talk-Gästen in der Mitte.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Mascha Kauka von der Stiftung AMAZONICA mit Gastgeber Michael Märzheuser.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Tim Helm (fundskapital GmbH) mit Senior-Berater Ulrich Krenn und Michael Märzheuser.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Aufmerksam verfolgen die Gäste die Talk-Runde.