„Erst bei meinen Reisen in den Nahen Osten habe ich gemerkt, was die Freiheit in Deutschland bedeutet“ ‒ Gespräch mit Simon Jacob, Unternehmer und freier Journalist

Simon Jacob kam als Kind, aufgrund religiöser und ethnischer Spannungen in der Türkei, nach Deutschland. Drei Jahre lang war er Integrationsbeauftragter der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland bevor er im Jahr 2013 das Amt des Vorsitzenden des neu gegründeten „Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland“ übernahm. Seit 2015 ist er als Friedensbotschafter des Zentralrates und freier Journalist im Rahmen des von ihm initiierten Projektes „Peacemaker-Tour“ unterwegs. Mit seinen Reisen möchte er auf die geopolitischen Gegebenheiten in den Konfliktregionen und deren gravierenden Auswirkungen auf das Leben von Christen und anderen Minderheiten im Nahen- und Mittleren Osten aufmerksam machen. Von den Erlebnissen auf seiner jüngsten Reise berichtet er beim Hilton Talk.

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„Es geht darum den Kulturkampf zu verhindern“ ‒ Gespräch mit Dr. Harald Seubert, Professor für Philosophie und Religionswissenschaft

Seit 2012 lehrt Harald Seubert an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel (STH Basel) als Professor für Philosophie und Religionswissenschaft. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderen die philosophischen Grundfragen der Theologie, der Religion in Geschichte und Gegenwart und der Politik. In seiner Forschung schlägt er die Brücke zwischen der Religionsphilosophie und der interkulturellen Philosophie. „Das Grundverhältnis von Glaube und Vernunft, fides et ratio, ist für die Traditionen der abendländischen Philosophie der zentrale Leitfaden“, sagt der gebürtige Nürnberger. Seine Grundthese: Beim Thema der Religion steht Philosophie selbst zur Debatte! Über dies und andere religionswissenschaftliche Aspekte spricht er mit uns beim Hilton Talk.

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11.05.2016, Hilton Munich Park: Ende des Abendlandes? Deutschland zwischen Christentum und Islam

„Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas“, sagte bereits 2006 der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Vier Jahre später erklärte Christian Wulff in seiner Funktion als Bundespräsident „Der Islam gehört zu Deutschland“. Bundeskanzlerin Merkel pflichtete ihm kürzlich bei. Der Satz spaltet nach wie vor die deutsche Gesellschaft. Wie kann der Islam zu Deutschland gehören, wenn dieser die grundlegenden Werte verneint, auf denen unser Staatswesen beruht – eine Religion die darauf beharrt, dass göttliches über staatlichem Recht stehe? Oder ist es weltfremd und rückwärtsgewandt die Augen davor zu verschließen, dass mittlerweile über vier Millionen gläubige Muslime Teil der deutschen Gesellschaft sind? Über diese Fragen und was den Islam und das Chris-tentum ausmacht diskutieren wir mit unseren Gästen.

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„Wir haben genügend Lebensmittel, um 14 Milliarden Menschen zu ernähren.“ ‒ Gespräch mit Stefan Kreutzberger, Freier Journalist, Autor und Medienberater

Aktuellen Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 10 Milliarden anwachsen. Nach Aussagen der Agrarkonzerne müssten 70 Prozent mehr Lebensmittel produziert werden, um alle Menschen ernähren zu können. Den einzigen Weg dorthin sieht die industrielle Landwirtschaft im Einsatz von Chemie, Gentechnik und Massentierhaltung. Stefan Kreutzberger hat sich mit seinem Kollegen, dem Dokumentarfilmer Valentin Thurn, auf die weltweite Suche nach anderen zukunftsfähigen Lösungen für die Nahrungsmittelproduktion, die Mensch und Tier respektieren und die knappen Ressourcen schonen, begeben. Im preisgekrönten Buch „Harte Kost. Wie unser Essen produziert wird – Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt“ blicken Sie auf die Geschichten, die hinter unseren Lebensmitteln stehen und stellen mit Blick auf die Zukunft fest: „Wir können etwas verändern. Wenn wir es wollen.“

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„Wenn dieses natürliche Netzwerk zerrissen wird, dann geht es allen an den Kragen!“ ‒ Gespräch mit Mascha Kauka, Gründerin und Leiterin der Stiftung AMAZONICA

Es war im Jahre 1980 als Mascha Kauka auf einer Südamerika-Reise in Ecuador das erste Mal mit Indios im Urwald Kontakt hatte. Das Schicksal dieses Volkes, dem durch die Abholzung des Regenwaldes die Lebensgrundlage entzogen wurde, berührte Kauka. So rief sie den gemeinnützigen Verein „INDIO-HILFE“ ins Leben. Entwicklungshilfe bedeutete neben ihrem beruflichen Werdegang ein neues Kapitel auf dem Weg der gelernten Journalistin und Chefredakteurin der Kinderzeitschriften „Bussi Bär“ und „Pumuckl“ und erfolgreichen Autorin von weit über einhundert Kochbüchern. Seit 1982 unterstützt der Verein Indiovölker in ganz Ecuador durch konkrete Projektarbeit. 2001 startete Kauka das Projekt AMAZONICA unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Ziel des Projekts ist die Rettung des tropischen Regenwalds durch die Förderung seiner Ureinwohner. Es folgten die Gründungen der Stiftung AMAZONICA im Jahr 2007 und der gemeinnützigen AMAZONICA Akademie im Jahr 2015. Seit mehr als dreißig Jahren reist Kauka nun regelmäßig zu ihren Mitstreitern, den Indianervölkern, in den Regenwald.

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„Wir müssen nicht auf Teufel komm raus wachsen“ ‒ Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien

Das Band zwischen Wachstum und Wohlstand zerreißt, sagt Ulrich Brand. Für den prominenten Wachstumskritiker und Politikwissenschaftler schwindet der Zusammenhang zwischen kapitalistisch erzeugtem Wachstum und gesellschaftlichem wie individuellem Wohlstand. Er lehrt und forscht seit 2007 als Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, insbesondere zu den Themen Umwelt- und Ressourcenpolitik, Steuerung der Globalisierung, Wachstumsdynamiken und -kritiken. Brand propagiert einen zukunftsfähigen Wohlstandsbegriff, der auf die politische Gestaltung, ökologisch verträgliche Produktion und ein attraktives Leben für den Menschen setzt. Dabei wünscht er sich eine Demokratie, die den zerstörerischen kapitalistischen Wachstumsimperativen und den sie stützenden Interessen Einhalt gebietet. Ulrich Brand war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages.

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„Ohne Digitalisierung ist die Reise bald vorbei“ Gespräch mit Marcus Tandler, Geschäftsführer von OnPage.org

Marcus Tandler ist nicht nur stolzer Vater, bekennender Nerd und Experte für Suchmaschinen: Der Münchner ist auch erfolgreicher Unternehmer. Im Juli 2012 gründete er mit drei Partnern und einem Stammkapital von 1600 Euro das Unternehmen OnPage.org, Anbieter einer Software für professionelles Qualitätsmanagement von Webseiten zur nachhaltigen Optimierung für Suchmaschinen. 2014 gewann OnPage.org den „Top 100 Innovator Award“. In diesem Jahr war das Unternehmen Finalist beim „Deutschen Gründerpreis“. Mit seinen Partnern bildet Tandler so etwas wie die Speerspitze der digitalen Wirtschaft in Deutschland. Bereits 1999 veranstaltete er Seminare für Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung. Er sitzt im SEO-Expertenrat des Bundesverbands Digitale Wirtschaft und ist als Hochschuldozent tätig. Trotz seiner internationalen Karriere ist Tandler aber immer ein Bayer geblieben, ausgestattet mit Lederhosen und der Gewissheit, der Nabel der Welt befinde sich in München.

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„Gerade wenn es einem gut geht, werden Fehler gemacht“ – Gespräch mit Dr. Thomas Geppert, Geschäftsführer BFW Landesverband Bayern e.V.

Dr. Thomas Geppert steht dem bayerischen Ableger des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Geschäftsführer vor. Der gelernte Politikwissenschaftler ist seit drei Jahren in dem mittelständisch geprägten Verband tätig, seit 2008 unterrichtet er zudem als Lehrbeauftragter an der Otto-Friedrich Universität in Bamberg. In seiner bisherigen beruflichen Laufbahn arbeitete er als Geschäftsführer der CSU-Wirtschaftskommission, der CSU-Verkehrskommission und Landesgeschäftsführer der Mittelstands-Union. Seit 2014 leitet Dr. Geppert außerdem den Fachausschuss Energie, Infrastruktur, Verkehr und Umwelt der Mittelstands-Union.

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„Du musst aus einem Lichte fort ins andere gehen“ ‒ Gespräch mit Otto Greither, Inhaber der Salus-Unternehmensgruppe, Bio-Botschafter und Deutschlands dienstältester aktiver Firmenchef

90 Jahre und immer noch verliebt in seinen Beruf: Otto Greither prägt den deutschen Mittelstand als dienstältester aktiver Firmenchef. Seit 70 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Naturarzneimittel-Herstellers Salus. Die zerbombte Produktionsstätte seiner Eltern in München baute er gemeinsam mit seinem Bruder Hans und Freunden nach dem Krieg wieder auf und etablierte Salus als Weltmarktführer der Reformwarenbranche. Vom Wirtschaftsmagazin Capital und der Umweltstiftung WWF wurde er zum „Öko-Manager des Jahres“ gewählt. Greither ist nicht nur Vater von sechs Kindern, sondern kann auch seine 400 Mitarbeiter zum Familienkreis zählen. Denn am Firmensitz im oberbayerischen Bruckmühl ist ihm jeder Mitarbeiter ans Herz gewachsen. Wie man es soweit bringt und warum es so wichtig ist, eine treue Mannschaft hinter sich zu haben, erzählt der „Bio-Botschafter“ beim Hilton Talk.

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25.11.2015, Hilton Munich Park: Der verheizte Planet: Wie die Gier nach Wachstum unsere Gesellschaft zerstört

Es gehört zu den Widersprüchen des Menschen, dass er Dinge zugleich lieben und zerstören kann: seine Heimat. Um das kapitalistische Wirtschaftssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren, ist ein uneingeschränktes Wachstum nötig. Doch dies geschieht auf Kosten der Umwelt: Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt, ebenso der Meeresspiegel. Die vergangenen 15 Jahre waren, bis auf eine Ausnahme, die wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahre 1880. Doch die Gesellschaft hat auch mit den ökonomischen Folgen zu kämpfen: Die Erfahrung vieler Menschen ist, dass sie am materiellen Wohlstand weniger teilhaben. Dabei kristallisiert sich heraus, dass vor allem die Reichen und Mächtigen ihre Vermögen, sozialen Positionen und ihre Einflussmacht sichern. Mit unseren Gästen diskutieren wir über Grenzen und Folgen des Wachstums.

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