„Wir haben genügend Lebensmittel, um 14 Milliarden Menschen zu ernähren.“ ‒ Gespräch mit Stefan Kreutzberger, Freier Journalist, Autor und Medienberater

Aktuellen Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 10 Milliarden anwachsen. Nach Aussagen der Agrarkonzerne müssten 70 Prozent mehr Lebensmittel produziert werden, um alle Menschen ernähren zu können. Den einzigen Weg dorthin sieht die industrielle Landwirtschaft im Einsatz von Chemie, Gentechnik und Massentierhaltung. Stefan Kreutzberger hat sich mit seinem Kollegen, dem Dokumentarfilmer Valentin Thurn, auf die weltweite Suche nach anderen zukunftsfähigen Lösungen für die Nahrungsmittelproduktion, die Mensch und Tier respektieren und die knappen Ressourcen schonen, begeben. Im preisgekrönten Buch „Harte Kost. Wie unser Essen produziert wird – Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt“ blicken Sie auf die Geschichten, die hinter unseren Lebensmitteln stehen und stellen mit Blick auf die Zukunft fest: „Wir können etwas verändern. Wenn wir es wollen.“

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„Wenn dieses natürliche Netzwerk zerrissen wird, dann geht es allen an den Kragen!“ ‒ Gespräch mit Mascha Kauka, Gründerin und Leiterin der Stiftung AMAZONICA

Es war im Jahre 1980 als Mascha Kauka auf einer Südamerika-Reise in Ecuador das erste Mal mit Indios im Urwald Kontakt hatte. Das Schicksal dieses Volkes, dem durch die Abholzung des Regenwaldes die Lebensgrundlage entzogen wurde, berührte Kauka. So rief sie den gemeinnützigen Verein „INDIO-HILFE“ ins Leben. Entwicklungshilfe bedeutete neben ihrem beruflichen Werdegang ein neues Kapitel auf dem Weg der gelernten Journalistin und Chefredakteurin der Kinderzeitschriften „Bussi Bär“ und „Pumuckl“ und erfolgreichen Autorin von weit über einhundert Kochbüchern. Seit 1982 unterstützt der Verein Indiovölker in ganz Ecuador durch konkrete Projektarbeit. 2001 startete Kauka das Projekt AMAZONICA unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Ziel des Projekts ist die Rettung des tropischen Regenwalds durch die Förderung seiner Ureinwohner. Es folgten die Gründungen der Stiftung AMAZONICA im Jahr 2007 und der gemeinnützigen AMAZONICA Akademie im Jahr 2015. Seit mehr als dreißig Jahren reist Kauka nun regelmäßig zu ihren Mitstreitern, den Indianervölkern, in den Regenwald.

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„Wir müssen nicht auf Teufel komm raus wachsen“ ‒ Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien

Das Band zwischen Wachstum und Wohlstand zerreißt, sagt Ulrich Brand. Für den prominenten Wachstumskritiker und Politikwissenschaftler schwindet der Zusammenhang zwischen kapitalistisch erzeugtem Wachstum und gesellschaftlichem wie individuellem Wohlstand. Er lehrt und forscht seit 2007 als Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, insbesondere zu den Themen Umwelt- und Ressourcenpolitik, Steuerung der Globalisierung, Wachstumsdynamiken und -kritiken. Brand propagiert einen zukunftsfähigen Wohlstandsbegriff, der auf die politische Gestaltung, ökologisch verträgliche Produktion und ein attraktives Leben für den Menschen setzt. Dabei wünscht er sich eine Demokratie, die den zerstörerischen kapitalistischen Wachstumsimperativen und den sie stützenden Interessen Einhalt gebietet. Ulrich Brand war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages.

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„Ohne Digitalisierung ist die Reise bald vorbei“ Gespräch mit Marcus Tandler, Geschäftsführer von OnPage.org

Marcus Tandler ist nicht nur stolzer Vater, bekennender Nerd und Experte für Suchmaschinen: Der Münchner ist auch erfolgreicher Unternehmer. Im Juli 2012 gründete er mit drei Partnern und einem Stammkapital von 1600 Euro das Unternehmen OnPage.org, Anbieter einer Software für professionelles Qualitätsmanagement von Webseiten zur nachhaltigen Optimierung für Suchmaschinen. 2014 gewann OnPage.org den „Top 100 Innovator Award“. In diesem Jahr war das Unternehmen Finalist beim „Deutschen Gründerpreis“. Mit seinen Partnern bildet Tandler so etwas wie die Speerspitze der digitalen Wirtschaft in Deutschland. Bereits 1999 veranstaltete er Seminare für Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung. Er sitzt im SEO-Expertenrat des Bundesverbands Digitale Wirtschaft und ist als Hochschuldozent tätig. Trotz seiner internationalen Karriere ist Tandler aber immer ein Bayer geblieben, ausgestattet mit Lederhosen und der Gewissheit, der Nabel der Welt befinde sich in München.

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„Gerade wenn es einem gut geht, werden Fehler gemacht“ – Gespräch mit Dr. Thomas Geppert, Geschäftsführer BFW Landesverband Bayern e.V.

Dr. Thomas Geppert steht dem bayerischen Ableger des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Geschäftsführer vor. Der gelernte Politikwissenschaftler ist seit drei Jahren in dem mittelständisch geprägten Verband tätig, seit 2008 unterrichtet er zudem als Lehrbeauftragter an der Otto-Friedrich Universität in Bamberg. In seiner bisherigen beruflichen Laufbahn arbeitete er als Geschäftsführer der CSU-Wirtschaftskommission, der CSU-Verkehrskommission und Landesgeschäftsführer der Mittelstands-Union. Seit 2014 leitet Dr. Geppert außerdem den Fachausschuss Energie, Infrastruktur, Verkehr und Umwelt der Mittelstands-Union.

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„Du musst aus einem Lichte fort ins andere gehen“ ‒ Gespräch mit Otto Greither, Inhaber der Salus-Unternehmensgruppe, Bio-Botschafter und Deutschlands dienstältester aktiver Firmenchef

90 Jahre und immer noch verliebt in seinen Beruf: Otto Greither prägt den deutschen Mittelstand als dienstältester aktiver Firmenchef. Seit 70 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Naturarzneimittel-Herstellers Salus. Die zerbombte Produktionsstätte seiner Eltern in München baute er gemeinsam mit seinem Bruder Hans und Freunden nach dem Krieg wieder auf und etablierte Salus als Weltmarktführer der Reformwarenbranche. Vom Wirtschaftsmagazin Capital und der Umweltstiftung WWF wurde er zum „Öko-Manager des Jahres“ gewählt. Greither ist nicht nur Vater von sechs Kindern, sondern kann auch seine 400 Mitarbeiter zum Familienkreis zählen. Denn am Firmensitz im oberbayerischen Bruckmühl ist ihm jeder Mitarbeiter ans Herz gewachsen. Wie man es soweit bringt und warum es so wichtig ist, eine treue Mannschaft hinter sich zu haben, erzählt der „Bio-Botschafter“ beim Hilton Talk.

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„Es war ein großer Schock für alle, dass es die sichere Geldanlage nicht mehr gibt.“ ‒ Gespräch mit Birte Pampel, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Geld mit Sinn“

Birte Pampel ist als Kopf des Vereins „Geld mit Sinn“ eine der ganz wenigen weiblichen Meinungsführerinnen innerhalb der Finanzbranche. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen wünscht sich die PR-Expertin, dass die Banken viel mehr auf die Bedürfnisse gerade ihrer jüngeren Kundschaft, der Generation Y, eingehen. „Redet so, dass wir euch verstehen können“! Neben einer zielgruppengerechten Kommunikation setzt sich Birte Pampel auch für mehr Transparenz und soziale Verantwortung bei Banken und deren Finanzprodukten ein. Da letztere es den Anlegern nicht gerade leicht machen, an nachhaltige Investments heranzukommen, bietet ihr Verein den Ratsuchenden Orientierung aus unabhängiger Hand. Für Birte Pampel besteht ihre wichtigste Mission darin, den Anlegern den Weg zu einer nachhaltigen Geldanlage so einfach wie möglich zu machen.

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„Damit die Wirtschaft weiter wachsen kann, müssen sich immer mehr Leute verschulden.“ ‒ Gespräch mit Rico Albrecht, Mitglied der wissenschaftlichen Leitung der Wissensmanufaktur

Rico Albrecht ist seit 2010 Mitglied der wissenschaftlichen Leitung der Wissensmanufaktur, einem unabhängigen Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik. Für den Systemanalytiker hat die Demokratie heutzutage gar keine Chance, da die Öffentlichkeit zu sehr von den Medien gelenkt und beeinflusst wird. Dem Internet schreibt er dabei eine befreiende Rolle zu, die in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen hat. Mit dem Plan B der Wissensmanufaktur schlägt er eine Alternative zum heuten Finanzsystem vor, mit dem Thema Steuerboykott thematisiert er sogar das Widerstandsrecht. „Wir haben ja heute keine Steuer auf vorhandenes Vermögen, sondern eine Steuer auf den Versuch, an Vermögen zu kommen, also eine Strafsteuer auf Arbeit“, sagt Albrecht. Mit seiner Initiative setzt er sich für ein gerechteres Wirtschaftssystem, frei vom ständigen Wachstumszwang, ein. Die erste Millionen sei heutzutage die schwerste, „mit Plan B ist es umgekehrt“.

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„Die Natur kennt keine Steuern.“ – Gespräch mit Bernd Hückstädt, Mitbegründer der Gemeinwohl-Währung Gradido

Die Finanzkrise ist vielleicht die größte Chance der Menschheit, denn das alte Geldsystem löste einen Interessenskonflikt zwischen Wirtschaft und Natur aus. Diese Auffassung vertritt Bernd Hückstädt. Für ihn ist die Natur einfach genial. Er sagt: „Wenn wir im Einklang mit den Naturgesetzen handeln, werden wir weltweit Wohlstand und Frieden erleben.“ Hückstädt stellt sich die Frage, warum in unserer Welt gleichzeitig Überproduktion und Armut herrschen und wie dieses Problem letztendlich zu lösen ist. Als Lösungsansatz hat er mit Gradido eine alternative Gemeinwohl-Währung mitentwickelt.

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„Ich sehe die Finanzen noch weiter explodieren“ ‒ Gespräch mit Lutz Pfannenstiel, Welttorhüter und Fußball-Scout

Niemand ist wohl als Fußballer so weit herumgekommen wie Lutz Pfannenstiel. Seine Profikarriere umfasste 24 Vereine in 12 Ländern auf allen Kontinenten, im wahrsten Sinne ist er ein „Welttorhüter“, zwischen Kanada und Malaysia, zwischen Finnland und Namibia. Dabei hat der heutige Scout der TSG 1899 Hoffenheim die Entwicklung des Fußballgeschäfts global verfolgt und erlebt. Egal ob in Entwicklungsländern oder in Europa, wo am meisten Geld damit verdient wird. Denn Fußball ist König. Beim 20. Hilton Talk in München erzählte der ehemalige Profi auch, warum beim Scouting fünf Caipirinhas aussagekräftiger sind als ein Besuch im Stadion. Weiterlesen