„Ich sehe enorme Demokratiedefizite in der Europäischen Union“ – Gespräch mit Thorsten Schulte, Unternehmensberater und Sachbuchautor

Thorsten Schulte war jahrelang im Investmentbanking tätig, zuletzt im Handelsraum der Deutschen Bank in Frankfurt. Außerdem war Schulte Mitarbeiter und Wahlkampfmanager von Laurenz Meyer, dem ehemaligen CDU-Generalsekretär. Nach 26 Jahren trat er aus Protest gegen die Migrationspolitik Angela Merkels aus der CDU aus. Als Vorsitzender des Vereins „Pro Bargeld – Pro Freiheit e. V.“ kämpft er leidenschaftlich für das Bargeld. Es sind die zunehmende finanzielle Repression und die gefährdete Meinungsfreiheit in unserem Land, die ihn – neben schlimmen Erfahrungen im Investmentbanking – antreiben. Sein Video „Merkels Rechtsbruch“ erzielte binnen kurzer Zeit auf YouTube über 1,2 Millionen Aufrufe. 2017 schrieb Thorsten Schulte den Spiegel-Bestseller „Kontrollverlust“ (Platz 1 in 40/2017). Er ist ein vehementer Kritiker der Geldpolitik der EZB.

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„Die AfD ist eine etablierte deutsche Partei. Wir werden sie nicht mehr kleinbekommen“ – Gespräch mit Prof. Dr. Werner J. Patzelt, Politikwissenschaftler

Prof. Dr. Werner J. Patzelt ist Gründungsprofessor des Dresdner Instituts für Politikwissenschaft. Schwerpunkte seiner Lehr- und Forschungstätigkeit sind unter anderem die vergleichende Analyse politischer Systeme, die Parlamentarismusforschung, politische Kommunikation, die vergleichende historische Analyse politischer Institutionen sowie evolutionstheoretische Modelle in der Politikwissenschaft. Seit 1994 ist er Mitglied der CDU und pflegt neben seiner wissenschaftlichen Arbeit den Austausch mit Vertretern des gesamten politischen Spektrums, von der Linkspartei bis zur AfD. Ferner betätigt er sich als Kommentator und Analytiker aktuellen politischen Geschehens in Presse, Hörfunk und Fernsehen. Seit Januar 2019 ist er auch Ko-Vorsitzender der Programmkommission der sächsischen CDU.

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„Wir dürfen den Klimaschutz nicht den grünen Öko-Populisten anvertrauen“ – Gespräch mit Alexander Mitsch, Vorsitzender WerteUnion

Alexander Mitsch trat wegen Helmut Kohls geistig-moralischer Wende als 15-Jähriger in die baden-württembergische Junge Union und CDU ein. Er war u.a. stellvertretender Vorsitzender der CDU im Rhein-Neckar-Kreis. Dann kamen der Beruf und die Kinder und der Diplomkaufmann ließ die Politik ruhen. Der Herbst 2015 war für Alexander Mitsch ein Weckruf und Wendepunkt, als täglich 10.000 kulturfremde Menschen ungesteuert nach Deutschland einwanderten. Im Oktober 2015 gründete er mit anderen Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung den konservativen Kreis „Konrads Erben“, im März 2017 die WerteUnion, die sich als bundesweite Basisvereinigung der Wertkonservativen und Wirtschaftsliberalen in der CDU und CSU versteht. In ihrem „Konservativen Manifest“ fordert die WerteUnion eine Politikwende, insbesondere durch Begrenzung und Steuerung der Einwanderung, eine Entlastung von Steuern und Sozialabgaben, ein Europa mit Freiraum, eine Stärkung der inneren und äußeren Sicherheit und eine ideologiefreie Umweltpolitik.

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29.05.2019, Hilton Munich Park: Europa hat gewählt: Quo vadis Deutschland?

Brexit, Euro, Migration. Wohin steuert die EU? In welche Richtung wird sich Deutschland angesichts antieuropäischer Stimmen und dem Wiedererstarken von Nationalismus zukünftig bewegen? Um die Eurozone dauerhaft zusammenzuhalten, braucht es wegweisende politische Entscheidungen, denn die Zeiten sind rauer geworden. Das transatlantische Verhältnis ist brüchig und die Chinesen fordern Europa mit ihrem autoritären Wirtschaftsmodell heraus. Nicht Wenige sagen das Ende der EU voraus. Ein Rechtsruck bei den Europawahlen wird mit Blick auf die Ergebnisse vergangener Parlamentswahlen in den Mitgliedsländern nicht länger ausgeschlossen. Ungarns Premierminister Viktor Orban macht in seinem Land offen Stimmung gegen die EU. Die Osterweiterung ist zu einer der größten Herausforderungen der europäischen Gemeinschaft geworden. Wie viel Pluralität ist möglich, ohne Einheit und Solidarität? Und weist der Euro-Vertrag vielleicht sogar selbst erhebliche Konstruktionsfehler auf? Genug Zündstoff für unseren 30. Jubiläumstalk, drei Tage nach den historischen Wahlen.

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„Mehr Vorratswissen statt Downloadwissen für Kinder“ – Interview mit Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes a.D.

Josef Kraus unterrichtete zunächst als Gymnasiallehrer und war als Schulpsychologe für den Regierungsbezirk Niederbayern zuständig. Von 1995 bis 2015 war er als Schulleiter am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium in Vilsbiburg bei Landshut tätig. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes bekleidete verschiedene Vorstandsämter im Deutschen Philologenverband; von 1987 bis 2017 war er 30 Jahre lang ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Lehrerverbandes mit seinen 160.000 Mitgliedern. In dieser Zeit hat er exakt 120 deutsche Schulminister kommen und gehen sehen. Der „Titan der Bildungspolitik“ ist Gastautor bei zahlreichen Tages- und Wochenzeitungen und hat mehrere Bücher publiziert. Darunter Bestseller wie „Helikopter-Eltern – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung“, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ sowie sein jüngstes Werk „50 Jahre Umerziehung – Die 68er und ihre Hinterlassenschaften“. Im September 2018 erhielt er in Weimar den Deutschen Sprachpreis.

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„Gender ist Teil der egalitären Revolution“ – Gespräch mit Mathias von Gersdorff, Publizist

Mathias von Gersdorff ist Diplom-Volkswirt und Publizist. Seit 1990 ist der Katholik in der Lebensrechtsbewegung aktiv. Von Gersdorff leitet seit 1993 die Aktion „Kinder in Gefahr“ der Deutschen Vereinigung für eine christliche Kultur (DVCK e.V.) mit Sitz in Frankfurt (Main). Der DVCK e.V. ist ein 1983 von einem Kreis katholischer Laien gegründeter Verein, der sich gegen Pornographie, Gewaltverherrlichung und Blasphemie in den Medien wendet. Von Gersdorff hat schon mehrere Bücher geschrieben, darunter „Die sexuelle Revolution erreicht die Kinder“ und „Kampf ums Leben“. Zur Wertethematik und zum Lebensrecht schreibt er regelmäßig in verschiedenen Publikationen und hält zahl- reiche Vorträge, u.a. beim World Congress of Families in Sidney/Australien, an der Katholischen Universität in Lublin und an der Europäischen Humanistischen Universität in Vilnius. Seine letztes Buch „Gender: Was steckt dahinter“ analysiert kritisch die umstrittene Ideologie.

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„Das Smartphone ist das Schweizer Taschenmesser der Digitalisierung“ – Gespräch mit Daniel Wolff, Digital-Trainer und Medienpädagoge

Daniel Wolff hat den umwälzenden Einfluss der Digitalisierung aus zahlreichen Perspektiven miterlebt: Als langjähriger IT-Journalist des Computermagazins CHIP/CHIP Online berichtete er über die sich ständig verändernde Medienwelt. Als US-Korrespondent in San Francisco erhielt Wolff einen intensiven Einblick in die IT- und High-Tech-Industrie des Silicon Valley. Er arbeitete zudem als Gymnasiallehrer (Englisch/Geographie/Medienpädagogik) im Spannungsfeld zwischen Handyverbot und einem Unterricht mit Virtual-Reality-Brillen. Er ist Universitätsdozent an der LMU München (Kompetenznetzwerk Medienbildung und Digitalisierung/KMBD). Als Vater von drei Kindern wird er immer wieder vor neue digitale Herausforderungen gestellt. Wolff bietet zahlreiche Digitaltrainings in Form von Vorträgen, Workshops und Fortbildungen zu den Themen Medienkompetenz und Medienbildung an.

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14.11.2018, Hilton Munich Park: Das deutsche Bildungswesen: Lernen für das Leben?

Niemand müsste das besser wissen als die Deutschen selbst. Denn der Aufstieg Deutschlands zur Kulturnation wurde im 19. Jahrhundert durch den Ausbau der Universitäten und der Schulen begründet. Doch an Deutschlands Schulen herrscht Bildungsnotstand: Es fehlen 40.000 Pädagogen. Nur jeder siebte 15-Jährige kann richtig schreiben und rechnen. Wenn das Bildungswesen versagt, ist die ganze Gesellschaft in ihrem Bestand bedroht. „Alle Laster entspringen aus dem Missverhältnis der Armut gegen den Reichtum“, warnte schon Bildungsvater Wilhelm von Humboldt. In den Zeiten der Massenuniversitäten mit Ihren 15.000 Bachelor- und Masterstudiengängen wird dem Vorbild hinterhergetrauert. Für Humboldt war die Universität das Zentrum der Forschung. Doch unsere Universitätsforschung wird immer mehr von Forschungseinrichtungen der Industrie verdrängt und leidet unter schlechter Ausstattung. Und wie ist es eigentlich um die Medienkompetenz und Medienbildung bestellt? Welche Rolle spielen Pornographie, Gewaltverherrlichung und Blasphemie in den Medien? Der Hilton Talk liefert eine kritische Analyse unseres Bildungswesens und zeigt Wege aus dem Dilemma auf.

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„Wir befinden uns in einem Informationskrieg“ – Gespräch mit Richard Gutjahr, TV-Moderator, Journalist und Blogger

Richard Gutjahr ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität Politik und Kommunikationswissenschaft studiert. Nach Stationen bei Süddeutsche Zeitung, CNN und WDR arbeitet Richard Gutjahr heute als freier Reporter für die ARD und moderiert die Spätausgabe der Rundschau im Bayerischen Fernsehen. Daneben schreibt er als Kolumnist für Tagezeitungen und Fachmagazine. Für seine Arbeit wurde Gutjahr mit diversen Preisen ausgezeichnet, wie den Ernst-Schneider-Preis für Wirtschafts-Journalismus. Er war „Netz-Journalist des Jahres“ (Zeit Online) und „Journalist des Jahres“ (Medium Magazin). Das Grimme-Institut hat 2013 mit der Nominierung von Richard Gutjahr zum ersten Mal in der Geschichte des Grimme Online Awards die persönliche Leistung einer Einzelperson gewürdigt: „Die demokratische Gesellschaft profitiert von seinen Analysen, Impulsen und den von ihm initiierten Projekten (…)“, so die Jury.

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„Wir sind unglaublich verwundbar“ – Gespräch mit Michael George, Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz, Leiter Cyber-Allianz-Zentrum

Michael George studierte Verwaltungswissenschaften mit Schwerpunkt Sicherheitspolitik in Köln und München und war seit seiner Ausbildung beim Bundesnachrichtendienst in verschiedenen Funktionen bei deutschen Nachrichtendiensten tätig. Seit 2008 ist er beim Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz und unterstützt Unternehmen sowie Behörden bei der Abwehr elektronischer Angriffe. Seit 2013 leitet er dort das neu gegründete Cyber-Allianz-Zentrum. Michael George schreibt für zahlreiche Fachzeitschriften und -magazine sowie für die Süddeutsche Zeitung. 2013 erschien im Rowohlt Verlag sein erstes Sachbuch mit dem Titel „Geh@ckt ‒ wie Angriffe aus dem Netz uns alle bedrohen“.

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