14.11.2007, Hilton Munich Park: Klima gut, alles gut – Energieversorgung im 21. Jahrhundert

Jeden Tag erreichen uns neue Katastrophenmeldungen, die uns die Folgen des Klimawandels vor Augen führen. Während Überschwemmungen infolge ungewöhnlich starker Regenfälle in Großbritannien große Schäden anrichten, verwüsten Waldbrände nach langen Dürreperioden die Länder Südeuropas. Kaum jemand zweifelt daran, dass etwas gegen diese Entwicklungen getan werden muss. Aber wie?

Wie können CO2-Emissionen dauerhaft reduziert werden und wie kann zugleich die Energieversorgung der steigenden Weltbevölkerung auch in Zukunft sichergestellt wenden? Die Politik hat die Herausforderung angenommen, die Wende in der Energiepolitik ist unübersehbar: Die Verknappung fossiler Brennstoffe und der globale Klimawandel, unter dem verstärkt auch die dicht besiedelten Industriestaaten leiden, haben ein Umdenken eingeleitet. Neben effizienteren Technologien und dem sparsameren Umgang mit Energie sollen erneuerbare Energien wie Wasserkraft oder Biomasse die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern mindern.

Die Lebensqualität in einer globalisierten Welt wird in Zukunft aber auch ganz wesentlich davon abhängen, wie intakt die Natur erhalten werden kann. Vor allem der Schutz und das Aufforsten des tropischen Regenwaldes, dem größten Sauerstoffproduzenten dieser Erde, wird eine entscheidende Bedeutung beigemessen, wenn es darum geht, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Wir haben Gesprächspartner eingeladen, die auf ihre Weise zur Lösung des globalen Klimaproblems beitragen. Mit ihnen diskutierten wir am 14.11.2007 über mögliche Lösungsansätze.

 

Mascha Kauka
Gründerin und Leiterin der Stiftung AMAZONICA

Es war im Jahre 198O, als Mascha Kauka auf einer Südamerika-Reise in Ecuador das erste Mal mit Indios im Urwald Kontakt hatte. Das Schicksal dieses Volkes, dem durch die Abholzung des Regenwaldes die Lebensgrundlage entzogen wurde, berührte Kauka. So rief sie bereits zwei Jahre später den gemeinnützigen Verein „INDIOHILFE“ ins Leben. Seit dieser Zeit unterstützt der Verein Indiovölker in Ecuador durch konkrete Projektarbeit.

lm Jahre 2OO2 startete Kauka die Initiative AMAZONICA unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Ziel des Pilotprojekts ist die Rettung des tropischen Regenwaldes – das Amazonas-Becken ist der bedeutendste Süßwasserspeicher der Welt – durch die Förderung seiner Ureinwohner. In den vergangenen sechs Jahren haben rund 12.OOO Indios in der Amazonas-Region Ecuadors eine zukunftsweisende Gemeindeentwicklung erprobt.

Um die Ergebnisse künftig allen Waldbewohnern über die Landesgrenzen hinweg zugänglich zu machen, hat AMAZONICA im ecuadorianischen Urwald mit der Errichtung einer Akademie begonnen. Der Lehrbetrieb soll zum Wintersemester 2OO9 starten. Zur Finanzierung der Akademie wurde im April 2OO7 die Stiftung AMAZONICA gegründet. Zum Gespräch

Ferdinand Fiedler
Vorstandsvorsitzender Neue Vermögen AG
Aufsichtsratsvorsitzender BioMA Energie AG

Eher beiläufig wurde Ferdinand Fiedler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Neue Vermögen AG auf das Thema regenerative Energien aufmerksam. Um einen Kunden bei einer Anlageentscheidung zu beraten, befasste sich der erfolgreiche Vermögensverwalter mit Investmentideen aus diesem Bereich. Schnell stellte er fest, dass dieses Marktsegment noch nicht in ausreichendem Maße in den Fokus der Investoren gerückt war.

Weil attraktive Angebote am Markt fehlten, beschloss Fiedler die Sache selbst in die Hand zu nehmen und gründete die BioMa Energie AG, eine Kraftwerkepool-Aktiengesellschaft mit Sitz in Salzburg und einer Niederlassung in Traunstein. Geschäftsbereiche der Gesellschaft sind Konzeption, Planung, Errichtung und Betrieb von Biomasse-Kraftwerken, die Nutzung und Förderung regenerativer Energieträger, insbesondere von Biomasse sowie die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Düngemitteln auf biologischer Basis. Die BioMa Energie AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung im Sektor regenerative Energien aktiv zu begleiten und dabei eigene Akzente zu setzen. Zum Gespräch

Dr. Gerhard Isenberg
Mitglied des Kuratoriums der Umwelt-Akademie e.V.

Gerhard lsenberg beschäftigt sich schon seit seiner Abschlussarbeit über Fusionstechnologie im Jahr 197O an der Universität Karlsruhe mit alternativen Energien. Diesem Thema blieb er auch während seiner beruflichen Karriere treu. Für die MAN AG entwickelte er dezentrale Energieversorgungssysteme und beschäftigte sich mit den Themen „thermische Solarkraftwerke und Windkraftanlagen“. lm Jahre 1988 wechselte er zur DaimlerChrysler AG, wo er die strategische Planung der Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien übernahm.

Seit 2OO4 engagiert er sich in der Umwelt Akademie e.V.. Ziel der Organisation ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und Technik, Wirtschaft sowie Politik und Kultur aufrecht zu erhalten. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie ökologische, wirtschaftliche und soziale Bedürfnisse miteinander in Einklang gebracht werden können, um einen nachhaltigen Entwicklungsprozess der Industriegesellschaften zu gewährleisten. Zusammen mit ausgewählten Fachleuten und der Evangelischen Akademie Tutzing bearbeitet er zur Zeit das Thema „Nachhaltige Mobilität“ und hält im Rahmen des Münchener Bildungswerkes Kurse zum Thema Energie, Umwelt und Klima. Zum Gespräch

 

Impressionen:

Impressionen vom Hilton Talk

Moderator Michael Märzheuser begrüßte die Gäste und beschrieb die künftigen Herausforderungen bei Klima und Energieversorgung.

 

Impressionen vom Hilton Talk

„Der Mensch hat sich seit der Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt daran gewöhnt, überall beliebig viel Energie produzieren zu können, damit ist es jetzt vorbei.“ Dr. Gerhard Isenberg, Mitglied des Kuratoriums der Umwelt-Akademie e.V.

 

Impressionen vom Hilton Talk

„Ich werde auch in Zukunft ein offenes Ohr für Erfinder und ihre neuen Ideen im Bereich der erneuerbaren Energien haben.“ Ferdinand Fiedler, Vorstandsvorsitzender Neue Vermögen AG.

 

Impressionen vom Hilton Talk

„Wie kann man die Natur besser schützen, als durch die Förderung derjenigen, die in perfekter Symbiose mit ihr leben.“ Mascha Kauka, Gründerin und Leiterin der Stiftung AMAZONICA.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Der Klimawandel und seine Folgen im Mittelpunkt des Hilton Talk in München.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Viel Diskussionsstoff: Generaldirektor Olivier Harnisch im Gespräch mit Talk-Gast Dr. Gerhard Isenberg.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Michael Märzheuser und Ferdinand Fiedler nehmen Mascha Kauka und den Bildhauer Otto Wesendonck in ihre Mitte.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Auch dieser junge Gast zeigte sich über die Entwicklung des Klimas besorgt.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Olivier Harnisch und Jochen Gutzy.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Der Hilton-Küchenchef übertraf sich wieder einmal selbst mit seinen Kreationen.