10.11.2004, Hilton Talk 2004, Hilton Munich Park: Gegen den Strom – Chancen für neues Denken und Handeln

Alle reden von Reformen. Den einen gehen sie nicht weit genug, den anderen gehen bereits zaghafte Reformschritte zu weit – vor allem wenn sie persönlich von Einschnitten betroffen sind. Regierung, Opposition und Bürger beklagen unisono den Reformstau und doch herrscht Stillstand in unserem Land.

Aber wieso ist das eigentlich so? Gibt es einen Weg aus der Krise? Welche Rolle spielen die Medien in der aktuellen Reformdiskussion? Und wie kann jeder einzelne von uns mehr Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen? Über diese und andere Fragen diskutierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Politik beim ersten Hilton Talk am 10. November 2004, einer Veranstaltung des Hilton Munich Park und der Märzheuser Kommunikationsberatung.

 

Eberhard Junkersdorf

Eberhard Junkersdorf
Filmproduzent und Regisseur

Eberhard Junkersdorf zählt zu den Großen des deutschen Kinofilms. Weit mehr als 50 Filme hat er bis heute produziert, darunter Volker Schlöndorffs Oscar-prämierte Verfilmung der „Blechtrommel“ und „Homo Faber“, Margarethe von Trottas „Rosa Luxemburg“, „Das Versprechen“ und „Die Bleierne Zeit“ – Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig (1981), sowie Reinhard Hauffs „Messer im Kopf“ und „Stammheim“ – Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale (1986).

1995 gründete er die Produktionsfirma „Munich Animation“. 1997 führte er bei dem ersten von ihm produzierten Animationsfilm „Die Furchtlosen Vier“ erstmals auch Regie. Im Jahr 2002 gründete Eberhard Junkersdorf die „Neue Bioskop Film“ und produzierte Oskar Röhlers Wettbewerbsbeitrag für die Berlinale „Der alte Affe Angst“. Sein Animationsfilm „Till Eulenspiegel“ war 2003 in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ für den Academy Award nomiert.

Prof. Dr. Guy Kirsch

Prof. Dr. Guy Kirsch
Ordentlicher Professor für Finanzwissenschaft am Seminar für Neue Politische Ökonomie der Universität Fribourg

Sind marktwirtschaftliche Reformen mit Moral und Anstand vereinbar? Welche Verantwortung trägt die Wirtschaftselite für die Stabilität einer liberalen Gesellschaft und die Akzeptanz politischer Reformen? Wie lässt sich Bewegung in den zur Trägheit tendierenden Reformprozess demokratischer Gesellschaften bringen?

Das sind Fragen, die Prof. Dr. Guy Kirsch seit nunmehr über vier Jahrzehnten bewegen – auf seiner Suche nach einer Ordnung für den Menschen jenseits von Markt und Macht. In seiner analytisch bestechenden Analyse unserer Gesellschaft hält sich der Politökonom an den französischen Dichter Paul Valéry: „Si l’Etat est fort, il nous écrase; s’il est faible, nous périssons“ – zu deutsch: „Wenn der Staat stark ist, erdrückt er uns; wenn er schwach ist, kommen wir um.“

Prof. Dr. Wolfgang Stock

Prof. Dr. Wolfgang Stock
Geschäftsführer Medien Tenor Deutschland

Nur wenige sind mit der Medienlandschaft und der politischen Landschaft in Deutschland so vertraut wie Prof. Dr. Wolfgang Stock. Der Historiker und Politologe startete seine publizistische Karriere in den 1980er Jahren bei der Tageszeitung „Die Welt“, für die er während der Zeit des Kriegsrechts aus Polen berichtete. Von 1988 bis 1996 war er bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. 1990 beobachtete er als Korrespondent der FAZ die ersten freien Wahlen in der ehemaligen DDR, von 1991 bis 1996 war Prof. Dr. Wolfgang Stock einer der Politischen Korrespondenten der FAZ in Bonn.

Weitere berufliche Stationen waren die „Berliner Zeitung“, wo er die Neupositionierung der einstigen SED-Zeitung maßgeblich mitgestaltet hat, und das Nachrichtenmagazin „Focus“, für das er als Politischer Korrespondent aus Bonn und Berlin berichtete. Zuletzt war er Politik-Chef und Geschäftsführender Redakteur der einflussreichen Sonntagszeitung „Welt am Sonntag“.

Ende 2003 übernahm Prof. Dr. Wolfgang Stock die Geschäftsführung des renommierten „Medien Tenor“. Das in seiner Art weltweit einmalige Medienforschungsinstitut untersucht seit einem Jahrzehnt Tag für Tag den Politik- und Wirtschaftsteil der tonangebenden deutschen Tageszeitungen, Wochenmedien und TV-Nachrichtensendungen. Die Analysen des „Medien Tenor“ zählen zur Pflichtlektüre deutscher Vorstandschefs und der Strategen in den Zentren der politischen Macht – den politischen Parteien, den Gewerkschaften und Verbänden der Wirtschaft.

 

Impressionen:

Impressionen vom Hilton Talk

Herzlicher Emfang. Von seiner besten Seite zeigte sich das Hilton Munich Park bei der Premiere. Michael Schützendorf, Generaldirektor Hilton Munich, konnte gut 70 handverlesene Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik im Hilton Tucherpark begrüßen.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Mut zur Länge. Anders als bei den vielen TV-Talk-Formaten, die auf 30-Sekunden-Statements setzen, ließ Moderator Michael Märzheuser, Märzheuser Kommunikation, seinen Talk-Gästen genügend Raum, um Gedanken zu entwickeln.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Genau hingeschaut. Karikaturist Götz Wiedenroth traf mit seinen Bildern bei den Talk-Gästen genau ins Schwarze.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Engagiert und couragiert. Eberhard Junkersdorf sprang kurzfristig für den erkrankten Filmproduzenten Michel Morales in die Presche: „Uns fehlt der Mut, gegen Widerstände anzugehen, auch auf die Gefahr hin, einmal gegen die Wand zu laufen.“

 

Impressionen vom Hilton Talk

Schicksalhaftes Glück wünscht Prof. Dr. Guy Kirsch den Deutschen: „Die Deutschen bräuchten nicht nur diese Amtsinhaber, die die Geschäfte führen. Schröder etwa ist ein Herr des Augenblicks, er ist ein Herr des Tages. Was die Deutschen wirklich bräuchten, ist ein Staatsmann.“

 

Impressionen vom Hilton Talk

Tore statt Wahlen. Medienforscher Prof. Dr. Wolfgang Stock, Medien Tenor Deutschland, macht die Programmpolitik der öffentlich-rechtlichen TV-Sender für die geringe Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2004 mitverantwortlich: „Diese Sender trifft eine gewisse Mitschuld, denn wenn ein Thema in den Medien nicht vorkommt, können die Leute auch nicht glauben, dass es wichtig ist.“

 

Impressionen vom Hilton Talk

Fortsetzung folgt. MIt großem Interesse verfolgten die Gäste die Talk-Runde. Das Urteil des Publikums fiel eindeutig aus: Weiter so! Noch am gleichen Abend gab Generaldirektor Michael Schützendorf den Termin für den zweiten „Hilton Talk“ bekannt.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Gute Laune herrschte beim anschließenden Get-Together.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Susanne Dingerdissen (Freie Autorin) und Anja Beyer (RTL Plus Fernsehen).

 

Impressionen vom Hilton Talk

Moderator Michael Märzheuser (Märzheuser Kommunikation) im Gespräch mit Bildhauer Otto Wesendonck.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Unter Zweien. TV-Journalist Peter Fraas (Bayerischer Rundfunk) im Gespräch mit Talk-Gast Wolfgang Stock.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Alles was das Herz begehrt. Das Buffet mit erlesenen Köstlichkeiten aus allen Kontinenten gab den Gesprächen der Gäste zusätzliche Nahrung.

 

Impressionen vom Hilton Talk

Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren und ihren Talk-Gästen (v.l.n.r.): Jochen Gutzy (Märzheuser Kommunikation), Prof. Dr. Guy Kirsch (Universität Fribourg), Prof. Dr. Wolfgang Stock (Medien Tenor Deutschland), Eberhard Junkersdorf (Neue Bioskop Film), Michael Schützendorf (Hilton Munich) und Michael Märzheuser (Märzheuser Kommunikation).