„Es darf keine Zwangsverrentung geben“

Gespräch mit Simone Rethel, Schauspielerin, Malerin, Fotografin und Autorin

MEDIEN-MONITOR: Sag nie, Du bist zu alt! Zu was, liebe Frau Rethel?

Simone Rethel: Sag nie, Du bist zu alt, Neues zu machen, Neues zu lernen! Im Alter sollte man nicht sagen, ich habe alles schon erlebt! Ich glaube, dass jemand erst dann wirklich alt ist, wenn er nicht mehr neugierig ist, wenn er nicht mehr den Mut hat, etwas Neues anzufangen. Es ist nicht wichtig, ob Du 50, 60 oder 70 Jahre alt bist. Alt ist man dann, wenn man nicht mehr aktiv sein kann.

MEDIEN-MONITOR: In Ihrem Buch:“Sag nie Du bist zu alt“ beklagen Sie auch die Respektlosigkeit unserer Gesellschaft gegenüber den älteren Menschen. Wie können wir es schaffen, dass wir unser Verhalten ein wenig ändern?

Simone Rethel: Ich beklage eigentlich nicht die Respektlosigkeit den Älteren, sondern dem Thema Alter gegenüber. Die Medien berichten in Zusammenhang mit dem Älterwerden oft nur über Demenz, Inkontinenz, Krankheit, Rollstuhlfahren, Rentenproblematik. Laut Statistik ist es aber so, dass nur sieben bis acht Prozent der 75- bis 80-Jährigen pflegebedürftig sind. Das bedeutet, dass über 90 Prozent nicht pflegebedürftig sind. Aber man hat eigentlich immer den Eindruck, dass alle Älteren krank und untätig sind.

MEDIEN-MONITOR: Woran liegt es denn, dass man sich auf solche Themen konzentriert anstatt auch vitale, glückliche alte Menschen zu zeigen?

Simone Rethel: Es liegt wohl auch daran, dass die schlechte Nachricht meist interessanter ist als die gute. Wenn man etwas Positives über einen 80-Jährigen schreibt, der eine neue Firma gründet, ist das nicht so interessant wie eine Nachricht über grauenhafte Zustände – die wirklich existieren – in den Pflegeheimen. Das interessiert die Leute mehr. Vor kurzem war ich in eine Talkshow zu Beckmann eingeladen. Neben mir waren zwei Pflegerinnen zu Gast, die über furchtbare Zustände in ihrem Pflegeheim berichtet haben. Außerdem war Claus Fussek (Initiator Münchner Pflegestammtisch: Anmerk. der Redaktion) dabei, der unglaublich Gutes tut, indem er Missstände aufdeckt. Ich saß fast eine Stunde lang in der Runde und habe mir ständig überlegt, wie ich dieses Thema überhaupt noch herumreißen kann. Denn diese negativen Themen existieren ja. Wenn ich dann am Ende der Sendung sage, das Alter sei schön, dann wirkt das natürlich oberflächlich. Das ist wirklich schwierig. Ich möchte den Menschen mit meinem Buch aber den Schrecken vor dem Alter nehmen. Denn das Alter kann schön sein. Aber man muss sich rechtzeitig darauf einstellen. Im Jahr 2060 steigt die durchschnittliche Lebenserwartung auf 100 Jahre an. Wir werden also sehr viel älter, arbeiten aber nicht mehr weiter. Wir haben also einen großen Teil des Lebens vor uns, der nicht mit Arbeit ausgefüllt ist. Viele Menschen haben ein strukturiertes Leben, einen Lebensplan bis sie 50, 60 Jahre alt sind. Ab diesem Zeitpunkt aber ist dieses strukturierte Leben beendet. Meiner Ansicht nach ist es sehr wichtig, dass man rechtzeitig plant und sich darauf einstellt, diesen Teil des Lebens zu füllen. Als Botschafterin für die Initiative „Altern in Würde“ war ich sehr häufig in Pflege- und Seniorenheimen, in sehr guten Heimen. Dennoch habe ich gesehen, dass die Menschen dort oft kein Ziel mehr haben. Sie haben keine Aufgabe mehr, sitzen und warten. Sie warten auf das Essen oder darauf, dass die Enkelkinder vielleicht vorbei kommen. Aber sie haben keine Aufgabe mehr. Und das ist der Beginn des Verfalls – körperlich wie auch geistig. Deshalb glaube ich, dass es wahnsinnig wichtig ist, dass wir die Altersgrenze zum Renteneintritt abschaffen sollten. Es darf keine Zwangsverrentung geben. Menschen, die arbeiten wollen, sollen auch weiter arbeiten dürfen. Es gibt Ärzte, die mit 65 aufhören müssen. Die sind im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte. Es ist eine Verschwendung von Talent und Ressourcen, wenn man sagt, dass diese Menschen zu einem festgelegten Zeitpunkt aufhören müssen. Man sieht es aber auch an Künstlern: Komponisten, Maler und Schriftsteller sind aktiv und werden gesund uralt. Natürlich existiert die Problematik der mangelnden Arbeitsplätze. Aber wir müssen auf die Veränderungen reagieren. Das eine Problem ist, dass wir sehr viel älter werden, das andere Problem ist, dass wir aufhören müssen zu arbeiten. Wir müssen also eine Lösung finden. Diesbezüglich meine ich nicht, dass die Politik gefordert ist. Wir müssen vielmehr bei uns selbst anfangen. Man muss sich überlegen, was man selbst machen kann, um dem Ruhestand zu entkommen. Denn Ruhestand ist gleichzusetzen mit Stillstand. Und der führt meistens zum Verfall des Geistes und des Körpers.

MEDIEN-MONITOR: Bleiben wir mal bei den positiven Beispielen. Sie haben wunderbare Interviews mit älteren, sehr aktiven Menschen geführt.

Simone Rethel: Es gibt sehr viele Schauspieler, Maler und andere Künstler, die bis ins hohe Alter arbeiten können. Die habe ich aber bewusst nicht interviewt. Ich habe häufig mit unserem Hausarzt über das Thema Alter gesprochen, weil es viele Menschen gibt, die meinen Mann deswegen angreifen, weil er immer noch auf der Bühne steht. Doch unser Hausarzt hat gesagt, dass mein Mann weiter auftreten soll. Denn: Es ist für seine Gesundheit gut. Mein Mann ist jetzt 106 Jahre alt. Seine Lebenseinstellung ist gesund, weil er nie von früher spricht. Er lebt im heute und schaut darauf, was als Nächstes kommt. Er hat nie in früheren Erfolgen geschwelgt. Stattdessen vertritt der den Standpunkt: Was ich jetzt bin, das macht mich aus!

MEDIEN-MONITOR: Ihr Mann ist ein Künstler, ein begnadeter Sänger. Das sind wir alle nicht. Was können normale Menschen wie Du und ich im Alter tun?

Simone Rethel: Unser Hausarzt musste mit 65 Jahren aufhören zu arbeiten. Das Problem: Als Hausarzt im Rentenalter kann man zwar weitermachen, aber man darf nur die Privatpatienten behalten. Kein Arzt kann aber unter diesen Bedingungen seine Praxis abgeben. Denn ein Nachfolger würde die Praxis ohne Privatpatienten nicht übernehmen. Unser Hausarzt hat aber glücklicherweise einen jungen Arzt als Nachfolger gefunden, der ihn zweimal pro Woche in der Praxis arbeiten lässt. Außerdem habe ich mit einem Richter gesprochen. Auch für ihn war es sehr schwierig, plötzlich aufzuhören. Er hat versucht, weiterhin in einer Münchner Anwaltskanzlei zu arbeiten. Dort hat er sich jedoch als Befehlsempfänger wahrgenommen. Das ist sehr problematisch für eine Person, die als Richter immer ein hohes Maß an Autorität besessen hat. Er musste wieder aufhören und hat begonnen, ein Buch zu schreiben. Derzeit sucht er noch einen Verleger. Vielleicht sitzt unter Ihren Gästen ja einer, der interessiert wäre. Zudem habe ich einen Ingenieur von EADS interviewt. Für den war der plötzliche Ruhestand wirklich eine Katastrophe. Er wurde zwar toll verabschiedet, konnte mit dem Ruhestand aber nichts anfangen und hat sich immer gefragt: Was mache ich hier bloß? Er hat schließlich angefangen, in einer Hausverwaltungsfirma zu arbeiten, die sich auf ältere Angestellte spezialisiert hat. Diese Firma ist begeistert von ihren älteren Angestellten, denn diese sind gebildet und können gut mit Leuten umgehen. Die Interviews sind aber immer nur kleine Beispiele. Eigentlich ist es mein Anliegen, die medizinischen Aspekte zu betonen. Denn es ist erwiesen: Wenn man nichts tut, schläft der Körper und der Geist ein. Wer seine Muskeln nicht trainiert, wird schwach. Genauso verhält es sich mit dem Geist. Es ist erwiesen, dass man Demenz verhindern kann – nicht Alzheimer, das ist die schlimmste Form der Demenz –, Alzheimer kann man schon mit 30 oder 40 Jahren bekommen, diese Krankheit lässt sich leider nicht verhindern. Aber Demenz, die durch Ruhestand, sprich Stillstand entsteht, wie beispielsweise, wenn man nicht mehr gebraucht wird, wenn man keine Ziele mehr hat, die lässt sich verhindern. Das Tolle für meinen Mann ist, dass er auch mit 106 Jahren noch Ziele hat. Der sucht sich immer wieder neue Aufgaben und ist deshalb gesund. An Silvester vor zwei Jahren hat er sich drei Rippen gebrochen. Als er in die Klinik in Innsbruck kam, haben die Ärzte gesagt: Wenn Menschen in diesem Alter so eine Verletzung erleiden, bauen sie ab. Mein Mann hatte aber das Ziel, eineinhalb Monate später in Holland auf der Bühne aufzutreten. Auf der Intensivstation hat er schon Stimmübungen gemacht. Da standen dann die Ärzte wie kleine Kinder vor dem Weihnachtsbaum und haben gestaunt. Das Wichtigste ist also, dass wir uns Ziele setzen. Aber genau diese werden alten Menschen genommen. Ihnen wird der Inhalt des Lebens genommen.

MEDIEN-MONITOR: Das ist wohl eine Mentalitätsfrage. Es gibt auch Menschen, die nicht so schnell begreifen, dass Ziele etwas Wichtiges sind.

Simone Rethel: Genau deshalb habe ich dieses Buch geschrieben, damit diese Menschen es erkennen.

MEDIEN-MONITOR: Stichwort Generationenkonflikt: Sie kritisieren auch ein wenig das Miteinander von jung und alt in unserer Gesellschaft. Was muss sich ändern?

Simone Rethel: Das Problem ist, dass wir nur jüngere Menschen als existierend beachten. Die Älteren werden schon in unserem Kopf ausgegrenzt. Ich möchte die Betrachtungsweise dem Alter gegenüber verändern. Wenn wir ein Kind sehen, das auf der Straße hinfällt, dann finden wir das entzückend. Wenn wir einen alten Menschen sehen, der hinfällt, dann schauen wir weg und sind angewidert. Das ist ein falsches Denken in unseren Köpfen. Kleine Kinder haben keine Zähne und man findet sie süß, ältere Menschen haben keine Zähne und man findet es eklig. Warum?

MEDIEN-MONITOR: Das hat wohl mit Jugendwahn zu tun…

Simone Rethel: Das ist so ein Modewort. Ich dachte immer, unser Denken liegt in der brutalen heutigen Zeit begründet. Doch eigentlich ist es in der Natur gegeben, dass wir das Ältere ausgrenzen. Wenn der Alte bei den Naturvölkern bei Wanderungen nicht mehr mitkam, wurde er zurückgelassen und von den Tieren gefressen. Das war normal. Doch wir haben uns entwickelt, sind zivilisiert. Deshalb müssen wir an uns arbeiten! Die natürliche Sichtweise steckt vielleicht in uns, aber wir sollten sie verändern. Es liegt in unserem ureigensten Interesse, dass man das Alter positiv sieht, damit wir es auch positiv erleben können.

MEDIEN-MONITOR: Es ist ja bei der Stellenvergabe auch so, dass Ältere oft kategorisch ausgeschlossen werden, weil es heißt, dass die 30-Jährigen arbeiten müssen.

Simone Rethel: Das ist eine Verschwendung von Talent und Ressourcen. Ich sage ja nicht, dass nur die Alten arbeiten sollten. Alte und Jüngere sollten sich zusammenschließen. Denn Alter ist kein Problem und kann etwas Schönes sein.

MEDIEN-MONITOR: Schöne, neue Arbeitswelt lautet unser Thema heute. Wir haben immer bessere Chancen 50, 60, 70…

Simone Rethel: …80, 90, 100 plus zu werden, wenn man will.

MEDIEN-MONITOR: Wenn man ein Ziel hat…

Simone Rethel: Wir alle gehen einem Beruf nach. Aber jeder Mensch hat nebenher eine Begabung, ein Interesse. Schon bevor der Tag des Ruhestands kommt, muss man sich fragen, was man noch machen, planen, aufbauen kann. Bloß nicht nur dasitzen und in die Ferien fahren oder auf einer Yacht das Leben genießen! Das wird auf die Dauer langweilig. Und man fängt an, nur noch über seine Wehwehchen zu sprechen und baut ab.

MEDIEN-MONITOR: Früher lebten drei Generationen unter einem Dach, heute ist es schon mal so, dass Oma und Opa mit 60 ins Altenheim abgeschoben werden. Kinder und Enkelkinder haben häufig keine Zeit mehr, sich um ihre Eltern bzw. Großeltern zu kümmern. Wir brauchen aber Zeit, um uns um die pflegebedürftigen Familienmitglieder zu kümmern.

Simone Rethel: Ja. Aber ich bin der Meinung, dass man bei sich selbst anfangen sollte. Damit man nicht ins Pflegeheim kommt, sollte man sich etwas suchen. In diesem Zusammenhang existiert eine Problematik mit dem Ehrenamt. Man sagt immer, die Älteren sollen im Ruhestand irgendein Ehrenamt bekleiden. Ich habe aber das Gefühl, dass diese Argumentation zu einem Ausnützen der arbeitswilligen Menschen führt. Ein Ehrenamt zu bekleiden ist in Ordnung. Aber es sollte nicht so sein, dass nur noch diese Möglichkeit für einen älteren Menschen übrig bleibt. Sonst ist das Ehrenamt ein…

MEDIEN-MONITOR: Abschiebeposten…

Simone Rethel: Ja. Ich jedenfalls bin skeptisch, weil ich denke, dass wir andere Wege finden müssen. Wir dürfen ältere Menschen nicht nur in die Ehrenamt-Position schieben. Wir müssen die Möglichkeit haben, dass ältere Menschen noch ihrer normalen Arbeit nachgehen können. Die Wendungen „kann der nicht loslassen“ oder „man muss lernen, sich zu lösen“ sind falsch, weil das Loslassen dazu führt, dass man auch abbaut.

MEDIEN-MONITOR: Sie haben das Thema Demenz ja schon angesprochen. Oft leiden die Angehörigen von Demenzkranken stärker unter der Demenz als die Patienten selber. Was kann man Angehörigen von Demenzkranken ihrer Erfahrung nach raten?

Simone Rethel: Meine Mutter war auch dement in den letzten Jahren. Als sie einsam war, setzte die Demenz ein. Sie war eine unglaublich gebildete Frau, die mir alle Fragen beantworten konnte. Als sie demenzkrank wurde, konnte ich das nicht ertragen und habe mich ganz falsch verhalten. Damals hatte ich noch nicht die Funktion als Botschafterin der Initiative „Altern in Würde“. Ich habe die Krankheit nicht wahrhaben wollen und gesagt, dass sie sich nicht so anstellen soll. Man muss erst lernen, mit einem Demenzkranken umzugehen. Ich kann nur raten, dem Kranken nicht klarmachen zu wollen, dass er sich irrt. Wenn der Kranke dann wirklich gar niemanden mehr kennt – das war bei meiner Mutter nicht so –, dann geht es so über die Kräfte, dass es doch besser ist, wenn man den Kranken in professionelle Hilfe gibt. Man muss ihn natürlich immer wieder besuchen und nicht abschieben. Aber man braucht selber sehr viel Kraft und muss diese Kraft auch schöpfen können. Das kann man nicht mehr, wenn der Mensch nicht mehr der ist, der er einmal war.

MEDIEN-MONITOR: Wir haben noch nicht allzu viel über Ihren Mann gesprochen. Sie sagten vorhin, er habe immer wieder neue Ziele. Was haben Sie persönlich von Ihrem Mann lernen dürfen?

Simone Rethel: Bevor ich dieses Buch geschrieben habe, habe ich natürlich im Internet recherchiert und bin so auf Dr. Christoph Rott von der Universität in Heidelberg, Deutsches Zentrum für Alternsforschung, gestoßen. Dieser hat eine 100-Jährigen-Studie erstellt. Dazu findet man im Internet eine Multimedia-Powerpoint-Geschichte. Da sieht man 80-, 90-Jährige, die an Kraftgeräten turnen. Man hat tatsächlich festgestellt: Wenn man zweimal pro Woche richtig trainiert und wirklich an seine Grenzen geht, dann ist das Demenz-Risiko um 50 Prozent zu verringern. Das ist doch eine unglaubliche Nachricht! Das Lustige an dieser Powerpoint-Geschichte: Ganz am Schluss ist ein Foto von meinem Mann mit seinem Trainer zu sehen. Ich habe dann Dr. Rott angerufen und gesagt, dass ich ein Buch über das Älterwerden plane und die positiven Aussagen auch medizinisch bestätigt wissen will. Ich bin dann zu ihm gefahren und habe mich vier Stunden lang mit ihm und seiner Kollegin Frau Dr. Jopp unterhalten. Mein Mann geht mit seinen 106 Jahren zweimal in der Woche je 40 Minuten lang zum Krafttraining. Das ist für ihn sehr wichtig, weil er mittlerweile blind ist. Spaziergänge sind jetzt nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Deshalb ist es umso wichtiger, dass er dieses Training macht.

MEDIEN-MONITOR: Sind Sie dann immer mit dabei?

Simone Rethel: Ja. Ich habe ihn bisher immer zum Training gefahren, bin dann einen Cappuccino trinken gegangen und habe ihn wieder abgeholt. Meine Recherche-Ergebnisse haben mich dann aber selbst so überzeugt, dass ich wieder mit dem Tennis angefangen habe. Ich kann ja nicht schreiben, dass Sport wichtig ist, selber aber nichts tun.

MEDIEN-MONITOR: Viele Menschen haben Angst vor dem Älterwerden. Warum?

Simone Rethel: Das liegt daran, dass wir das Alter falsch dargestellt bekommen und nur Negatives darüber hören. Aber wenn man sich umhört, merkt man, wie viele Menschen noch aktiv sind, wie viele noch was tun und sich Aufgaben stellen. Dazu habe ich in meinem Buch viele Beispiele aufgelistet.

MEDIEN-MONITOR: Auf den 265 Seiten Ihres Buches schreiben Sie fast kein Wort über Ihren Mann. Ganz zum Schluss aber erklären Sie, dass Ihr Mann, Johannes Heesters, auf seine unnachahmliche Art in einem einzigen Satz das gesagt hat, wozu Sie das ganze Buch gebraucht hätten. Sie schreiben: „Vor einigen Monaten hatte er Theater-Premiere in Stuttgart. Dutzende Interviews gab er im Vorfeld. Und natürlich fehlte auch diesmal nicht die immer wiederkehrende Frage: ,Herr Heesters, warum tun Sie sich das an? Ist das nicht alles zu viel und zu anstrengend?’“ Und was hat Ihr Mann geantwortet?

Simone Rethel: Lesen Sie es vor!

MEDIEN-MONITOR: „Solange ich noch jung bin: Warum nicht?“ Frau Rethel, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Michael Märzheuser beim Hilton Talk am 20. Mai 2010 in München (www.simone-rethel.de)