Aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt

Eine Demokratie kann ohne Massenmedien nicht überleben. Doch in Zeiten der Digitalisierung unterliegen sie einer grundlegenden Umorientierung. Denn heute twittern Präsidenten eher als Interviews zu geben.

Die Mediengesellschaft 4.0 wird geprägt von neuen, digitalen Kommunikationsräumen und -strukturen, von der Ausdifferenzierung der Nutzerinteressen und Inhalte sowie von computergesteuerten Plattformen für Rezipienten- und Anzeigenmärkte. Während das Angebot an Informationen und Medien wächst, geht deren Glaubwürdigkeit bei den Nutzern zurück. Diese Entwicklungen spiegelten sich in Vorträgen und Präsentationen der 31. Medientage in München wieder. Auf der Agenda ganz oben standen Themen wie Automatisierung und Algorithmen, künstliche Intelligenz und lernende Maschinen, Aufmerksamkeitsökonomie und Vertrauenskrise. Journalisten haben ihre Rolle als Gatekeeper für den globalen Datenstrom verloren. Das Publikum gewinnt an Bedeutung und in den Medienunternehmen sorgen zunehmend Algorithmen für die Produktion, Kuratierung und Distribution von Inhalten und Werbung.

Die Vorteile dieses Trends: Nutzer werden selbst zu Kommunikatoren und erhalten auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Inhalte und Informationen. Zugleich birgt diese Entwicklung aber auch Risiken in Form von Fake News, Desinformation und Demagogie. Für die Medienpolitik ergibt sich dadurch die Herausforderung, Medienvielfalt und Meinungsfreiheit zu sichern, Daten- sowie Verbraucherschutz zu optimieren und Konzepte für die Vermittlung von Medienkompetenz zu initiieren. Wenn Social Bots Meinungen machen können, bedeutet das eine Gefahr für die Demokratie.

Aus aktuellem Anlass wird sich daher unser nächster Hilton Talk im Mai 2018 mit dem Thema „Kollege Roboter: Trends in der digitalen Transformation“ beschäftigen.