25.11.2015, Hilton Munich Park: Der verheizte Planet: Wie die Gier nach Wachstum unsere Gesellschaft zerstört

Es gehört zu den Widersprüchen des Menschen, dass er Dinge zugleich lieben und zerstören kann: seine Heimat. Um das kapitalistische Wirtschaftssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren, ist ein uneingeschränktes Wachstum nötig. Doch dies geschieht auf Kosten der Umwelt: Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt, ebenso der Meeresspiegel. Die vergangenen 15 Jahre waren, bis auf eine Ausnahme, die wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahre 1880. Doch die Gesellschaft hat auch mit den ökonomischen Folgen zu kämpfen: Die Erfahrung vieler Menschen ist, dass sie am materiellen Wohlstand weniger teilhaben. Dabei kristallisiert sich heraus, dass vor allem die Reichen und Mächtigen ihre Vermögen, sozialen Positionen und ihre Einflussmacht sichern. Mit unseren Gästen diskutieren wir über Grenzen und Folgen des Wachstums.

 

Ulrich Brand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ulrich Brand

Politikwissenschaftler, Professor für Internationale Politik

Das Band zwischen Wachstum und Wohlstand zerreißt, sagt Ulrich Brand. Für den prominenten Wachstumskritiker und Politikwissenschaftler schwindet der Zusammenhang zwischen kapitalistisch erzeugtem Wachstum und gesellschaftlichem wie individuellem Wohlstand. Er lehrt und forscht seit 2007 als Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, insbesondere zu den Themen Umwelt- und Ressourcenpolitik, Steuerung der Globalisierung, Wachstumsdynamiken und -kritiken. Brand propagiert einen linken Wohlstandsbegriff, der auf die politische Gestaltung, ökologisch verträgliche Produktion und ein attraktives Leben für den Menschen setzt. Dabei wünscht er sich eine Demokratie, die den zerstörerischen kapitalistischen Wachstumsimperativen und den sie stützenden Interessen Einhalt gebietet. Ulrich Brand war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages. Zum Gespräch

 

Mascha Kauka

 

 

 

 

 

 

Mascha Kauka

Gründerin und Leiterin der Stiftung AMAZONICA

Es war im Jahre 1980, als Mascha Kauka auf einer Südamerika-Reise in Ecuador das erste Mal mit Indios im Urwald Kontakt hatte. Das Schicksal dieses Volkes, dem durch die Abholzung des Regenwaldes die Lebensgrundlage entzogen wurde,berührte Kauka. So rief die gelernte Journalistin, Chefredakteurin der Kinderzeitschriften „Bussi Bär“ und „Pumuckl“ und erfolgreiche Kochbuchautorin zwei Jahre später den gemeinnützigen Verein „INDIO-HILFE“ ins Leben. Seit dieser Zeit unterstützt der Verein indigene Völker in Ecuador durch konkrete Projektarbeit. 2001 startete Kauka die AMAZONICA-Initiative unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Ziel des Projekts ist die Rettung des tropischen Regenwaldes durch die Förderung seiner Ureinwohner. Die Zerstörung der Natur erlebt Kauka seit 35 Jahren hautnah, deshalb will sie auch die Jugend der Welt aufklären und fördern. Dazu wurde die AMAZONICA Akademie mitten im Regenwald gegründet. Zum Gespräch

 

Stefan Kreutzberger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stefan Kreutzberger

Freier Journalist, Autor und Medienberater

Aktuellen Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 10 Milliarden anwachsen. Nach Aussagen der Agrarkonzerne müssten 70 Prozent mehr Lebensmittel produziert werden, um alle Menschen ernähren zu können. Den einzigen Weg dorthin sieht die industrielle Landwirtschaft im Einsatz von Chemie, Gentechnik und Massentierhaltung. Stefan Kreutzberger hat sich mit seinem Kollegen, dem Dokumentarfilmer Valentin Thurn, auf die weltweite Suche nach zukunftsfähigen Lösungen für die Nahrungsmittelproduktion, die Mensch und Tier respektieren und die knappen Ressourcen schonen, begeben. Im preisgekrönten Buch „Harte Kost. Wie unser Essen produziert wird – Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt“ blicken Sie auf die Geschichten, die hinter unseren Lebensmitteln stehen und stellen mit Blick auf die Zukunft fest: „Wir können etwas verändern. Wenn wir es wollen.“ Zum Gespräch

Impressionen:

thumb_IMG_2390_1024

Auch diesmal durfte sich das Publikum beim Hilton Talk einer spannenden Gesprächsrunde erfeuen.

 

 

 

 

 

 

 

thumb_IMG_2392_1024

„Wir müssen nicht auf Teufel komm raus wachsen“, Dr. Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik Universität Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

thumb_IMG_2398_1024

„Wenn das natürliche Netzwerk zerissen wird, geht es allen an den Kragen“, Mascha Kauka Gründerin und Leiterin der AMAZONICA Stiftung und Akademie.

 

 

 

 

 

 

 

 

thumb_IMG_2436_1024

„Wir haben jetzt schon genug Lebensmittel um 14 Milliarden Menschen zu ernähren – nur die Verteilung ist das Problem“, Stefan Kreutzberger, Autor des preisgekrönten Buches „Harte Kost“.

 

 

 

 

 

 

 

 

thumb_IMG_2417_1024

Auch diesesmal hielt das Hilton Munich Park leckere Köstlichkeiten nach der Veranstaltung bereit.

 

 

 

 

 

 

 

20151125006

Die Talkrunde: Stefan Kreutzberger, Moderator Michael Märzheuser, Mascha Kauka und Prof. Dr. Ulrich Brand (v.l.n.r.).